Rezension

Beach House

7


Highlights: Lemon Glow // Drunk in L.A. // Black Car
Genre: DreamPop // Shoegaze // Indie
Sounds Like: Slowdive // Washed Out // Grizzly Bear

VÖ: 11.05.2018

Fluch und Segen ist es ja gemeinhin, wenn eine Band es schafft, über Jahre hinweg einen Trademark-Sound zu etablieren und somit ein ganzes Genre als einer der stärksten Treiber mitzudefinieren. Denn einerseits ist das etwas ganz und gar Einzigartiges – die eigene, unverwechselbare Stimme zu finden, sie zu formen und untrennbar mit dem eigenen Namen zu verbinden. Andererseits sieht sich eine Band angesichts einer solchen Entwicklung schnell limitiert im eigenen künstlerischen Fortschritt.

Aufritt: Beach House. Nach dem letztjährig erschienenen „B-Sides & Rarities“ lag die Vermutung nahe, dass die Band die natürliche Zäsur forciert und sich zumindest ein Stück weit neu erfindet. Doch auch auf dem 7. Studioalbum führen Victoria Legrand und Alex Scally ihren unverkennbaren Dream-Pop-Sound fort und drehen hier und da an einigen Stellschrauben. Orgel, Synthieteppiche, hypnotische Bassläufe und diese verzerrte Gitarre bereiten Legrands verträumt-gespenstischem Gesang den Nährboden, der auch „7“ zum stillen Sommer-Soundtrack unserer Generation werden lässt. Auch diese Platte ist dafür geschrieben, sich bei einer Flasche Rotwein in den Augen einer nicht allzu fremden Person zu verlieren. Eine Platte zum Verlieben, in jeder Hinsicht.

Beach House beweisen, dass die Balance aus Weiterentwicklung und Wiedererkennbarkeit ein Weg der kleinen Stellschrauben ist. Und diesen Weg meistern sie wie kaum eine andere Band ihrer Generation.

Andreas Peters

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