Rezension

Arctic Monkeys

Favourite Worst Nightmare


Highlights: Brianstorm // Fluorescent Adolescent // 505
Genre: Retro-Rock-'n'-Roll
Sounds Like: Whatever People Say I Am, That's What I'm Not

VÖ: 20.04.2007

"Die Arctic Monkeys haben das Potenzial, ihren mitunter doch etwas abflachenden Vorgänger deutlich zu toppen. Wir sind gespannt. Näheres dann an selber Stelle."

So und nicht anders endete die Rezension meines geschätzten Kollegen Konstantin Kasakov, der sich im April letzten Jahres mit der EP "Who The Fuck Are Arctic Monkeys?" befasste und dabei auf obige Schlussfolgerung kam. Hatte meine Wenigkeit das Debüt "Whatever People Say I Am, That's What I'm Not" möglicherweise etwas zu euphorisch bewertet? Non, je ne regrette rien.

Hier sind wir also, an selber Stelle, genau ein Jahr später. Wer das neue Werk "Favourite Worst Nightmare" hört, wird sich jedoch eventuell fragen, was die Arctic Monkeys im vergangenen Jahr eigentlich gemacht haben. Außer, ein solides zweites Album aufzunehmen. Denn während auf dem ersten Album und der hinterhergeschickten EP fast ausnahmslos Hits waren, fällt das Auswählen der Highlights auf "Favourite Worst Nightmare" enttäuschenderweise leichter. Man kommt auf so blöde Gedanken wie den, was passiert wäre, wenn dieses Album das erste gewesen wäre. Hätte es überhaupt ein zweites gegeben? Zumindest wären die Erwartungshaltungen der Medien und somit auch der Druck für die Band kleiner gewesen.

Nicht, dass man sich beim Hören die ganze Zeit einen angespannten Alex Turner vorstellen müsste, der sich den Kopf zerbricht über das, was die Band da spielt. Oder gar darüber, was er singt. Dafür wirken Songs wie das schlagzeuglose "Only Ones Who Know" oder das grandiose Finale "505" zu gelassen. Wir schreiben die Hits, den Kopf zerbrechen können sich ja derweil die anderen. Die hektische erste Single "Brianstorm", das leicht melancholische "Do Me A Favour" oder das wunderbare "Fluorescent Adolescent" sind weitere Anhaltspunkte für die Illusion eines gelungenen Zweitwerks.

Nur leider klingen die restlichen Songs auf "Favourite Worst Nightmare" eben doch zu sehr nach Kopfzerbrechen, tanzbar zwar, lassen aber vergeblich auf wirklich gute Melodien oder sonstige tolle Momente warten. Logische Schlussfolgerung, die zweite: Längerfristig wird dieses Album nicht allzu oft gehört werden. Bis zum dritten Album gilt daher erstmal, was der Brite Scroobius Pip kürzlich ganz nüchtern in seiner Hasserklärung an Großbritanniens Popkultur mitteilte: The Arctic Monkeys - just a band.

Mario Kißler

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