Rezension

Ron Sexsmith

Forever Endeavour


Highlights: If Only Avenue // Sneak Out The Backdoor // She Does My Heart Good
Genre: Folk
Sounds Like: Elliot Smith // Nick Drake // Rufus Wainwright

VÖ: 01.02.2013

“Forever Endeavour“ ist bereits das zwölfte Studioalbum von Ron Sexsmith. Nachdem er sich bei Werk Nummer elf minder erfolgreich darin versuchte, mehr Pop einzustreuen, kehrt er nun zu dem Stil zurück, der ihn zum Kritiker- und Musikerliebling machte und der ihn auf eine Fanbasis zurückblicken lässt, die zwar kaum noch wächst, ihm aber umso treuer ergeben ist. Und warum auch nicht, kaum jemand verarbeitet seine Melancholie so intelligent und charmant wie der Kanadier mit dem großen Herzen und dem Talent für besonders raffinierte Texte, der, um das noch mal auch für den Letzten ganz klar zu machen, eher für die anspruchsvolle Flasche Rotwein steht als für den gepflegten Biergenuss mit selbstgebauten technischen Hilfsmitteln, die man eher der Art von Festivalbesuchern zurechnen kann, die wohl kaum für Ron Sexsmith bereit wären, ihr Camp zu verlassen.

Das Album kann nicht nur durch seinen charmanten Titel begeistern. Mit der Rückkehr von Produzent Mitchell Froom setzt Sexsmith wieder den Fokus auf akustische Instrumente, unterstützt durch gezielten Bläsereinsatz. Ein passendes Gewand für “Forever Endeavour“, in dem die stets vorhandene Tristesse immer wieder geschickt durchbrochen wird. Ein kleiner Lichtstrahl findet sich dank poetischen Songwritings immer, man muss nur genau hinhören. Dabei spielt Sexsmith gekonnt mit der Balance zwischen den Emotionen und der Dosis Sarkasmus, was zu einem ständigen Auf und Ab der Mundwinkel desjenigen führt, der dem Künstler die Aufmerksamkeit schenkt, die ihm gebührt. Besonders offensichtlich und dennoch kein bisschen weniger charmant ist der Ironiefaktor in “Sneak Out The Backdoor“, in dem der 49jährige Liedermacher den inneren Lausbuben heraus lässt.

“Forever Endeavour“ lädt dazu ein, mit jedem Durchlauf tiefer in die Atmosphäre zu schlüpfen und die ein oder andere weitere filigrane Zeile zu enträtseln. Dabei kommt im Bestfall die Liebe auf den zweiten, dritten oder vierten Blick auf, die man für Ron Sexsmith schon immer benötigt hat.

Marcel Eike

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