Rezension

Toro Y Moi

Underneath The Pine


Highlights: New Beat // How I Know // Elise // Still Sound
Genre: 70s Pop // Funk // Shoegaze
Sounds Like: Washed Out // Neon Indian // Les Sins // Twin Shadow

VÖ: 11.03.2011

Wir schreiben Anfang 2010. Ein junger Mann namens Chad Bundick wirft eine Platte auf den Markt und die Hypemaschine beginnt zu rollen. "Causers Of This" macht Bundick und sein Projekt Toro Y Moi zum Anführer eines neuen Genres, das in der Folgezeit zum Hipsterphänomen verkommen sollte.

Was also tun, wenn man zum Kopf einer Bewegung auserkoren wird, deren Anführer man nie sein wollte? Man versucht, sich aus dem Strudel freizuschwimmen. Dieser Versuch trägt den Namen "Underneath The Pine" und geht einen ganz anderen Weg als sein grandioser Vorgänger. Statt klassischer Schlafzimmer-Kompositionen am Laptop setzt Bundick hier auf organische Sounds echter Instrumente. Die Kunst des Samplings, die sein Debüt zu einem kleinen Meisterwerk machte, findet hier de facto nicht statt. Dafür finden sich 70s-Einflüsse en masse. Dort unter der Kiefer fröhnt Bundick der Plattensammlung seiner Eltern, die seine Kindheit prägte – es groovt und funkt an allen Ecken und Enden. Das letzte vermeintliche Chillwave-Element ist diese zurückgelehnte Verträumtheit, der eine gewisse Melancholie innewohnt – zum Ausdruck gebracht durch Echos und Hall, die Bundick ganz weit weg erscheinen lassen.

"Underneath the Pine" ist ein mehr als gelungener Befreiungsschlag zur rechten Zeit – dokumentiert von einer Lomo-Kamera –, der Bundick letztendlich auch zukünftig alle künstlerischen Freiheiten einräumen wird. Nicht nur darum ist Album Nr. 2 des Mannes aus South Carolina eine der besten Platten des Jahres 2011. Bundick löst sich von allem Hipster-Schick. Tschüß Chillwave, hallo Musik. Haters gonna hate!

Andreas Peters

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