Rezension

The Twilight Sad

Nobody Wants To Be Here And Nobody Wants To Leave


Highlights: There's A Girl In The Corner // In Nowheres
Genre: "Schottenrock" // Alternative
Sounds Like: The Cure // We Were Promised Jetpacks // Erasure // Mogwai

VÖ: 24.10.2014

Mehr Spaß auf der Bühne hat Martin Doherty, der ehemalige Tour-Keyboader von The Twilight Sad jetzt angeblich mit Chvrches. Dies verwundert nur wenig, kommt doch das neue Album „Nobody Wants To Be Here..“ wieder im gewohnt düsteren Gewand. Bei Songs mit so fröhlichen Titeln wie „Drown So I Can Watch“ wird wohl tatsächlich eher selten die Partyrakete gezündet.

Dem Vernehmen nach haben The Twilight Sad eine schwere Zeit nach der Veröffentlichung des letzten Albums „No One Can Ever Know“ hinter sich, welches weniger gut angenommen wurden als die beiden grandiosen ersten LPs der Band. Umso glücklicher kann daher die eingeschworene Fangemeinde der Twilight Sads sein, dass die Band mit ihrem aktuellen Album nun die Brücke zwischen all ihren vorherigen Machwerken geschlagen hat.

So sind die eisigen Synthies des eher elektronischen Vorgängers auch nicht verschwunden, sondern fügen sich jetzt nahtlos zwischen den Postrock und der shoegazigen Melancholie früherer Zeiten ein. Die Alben haben schon immer am besten als Gesamtkunstwerke funktioniert, doch „Nobody Wants To Be Here And Nobody Wants To Leave“ ist ein derartig rundes Ganzes geworden, dass man es nur als wirklich organisch bezeichnen kann. Singles oder gar explizite Hits einzeln hervorheben zu wollen, würde den Eindruck, den das Album insgesamt macht, nur schmälern.

Kalt könnte einem werden, bei so viel Traurigkeit und Resignation in den Texten von James Graham. Doch wer auf der Bühne seine Musik mit schier unfassbarer Leidenschaft und so viel Herzblut präsentiert, wie es The Twilight Sad in nun kleinerer Besetzung auf der Tour zum aktuellen Album getan haben, für den verzichtet man gerne einmal auf ein bißchen Spaß.

Nicola Krieghoff

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"There's A Girl In The Corner" im Stream
"Last January" im Stream

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