Rezension

The Black Keys

Brothers


Highlights: The Only One // Too Afraid Too Love You
Genre: Sixties-Rock
Sounds Like: Dan Auerbach // Black Mountain // The White Stripes // The Black Heart Procession // Wolfmother

VÖ: 21.05.2010

Faulheit kann man den Black Keys nicht gerade vorwerfen. „Brothers“ ist bereits das sechste Album des Duos in acht Jahren. Dazu gesellt sich noch Blackroc, ein HipHop-Project und das Solo-Engagement Dan Auerbachs. „Brothers“ ist der Nachfolger des 2008er Werkes „Attack & Release“ und setzt dessen Stil unvermindert fort. Das Wort "Schreibblockade" scheinen die beiden Musiker Dan Auerbach und Patrick Carney nicht zu kennen: Volle 15 Songs befinden sich auf dem Album.

Als Anfang der 00er Jahre zum ersten Mal einige Töne der Band in den Musikkosmos drangen, wurden sie zurecht gefeiert. Dieser coole Mix aus 60s-Hippiesound und psychedelischem Rock der 70er, Songs für jeden Sommer. Wäre da nicht der Umstand, dass sich dieser Stil durch ständige Wiederholung recht schnell abnutzt. So ist es schwer, das Album in einem Zug durchzuhören, da bereits nach 3-4 Songs mangels Abwechslung eine gewisse Sättigung eintritt. Klar, Stücke wie das von einer Hammondorgel getragene „The Only One“ oder „Too Afraid To Love You“, dass nach einem mittelalterlichen Cembalo klingt, können eine gewissen Abwechslung bieten. Wenn bis dahin schon die Hälfte des Albums mit immergleichen Gitarren-Wah-Wahs in einer Tempo- und Tonlage vergangen ist, fällt es schwer, sich dafür noch zu begeistern.

Mit „Brothers“ liefern die Black Keys ihr bislang schwächstes Werk ab. Viele Stücke wirken zudem, als wären sie mit einer Handbremse aufgenommen worden. Man merkt, da wäre noch mehr möglich – und wer die vergangenen Alben der Band kennt, weiß sogar, dass es so ist – jedoch fährt die Band zu oft das gleiche Schema ohne große Kreativitätsausbrüche.

Bezeichnend dafür ist auch das einfallslose Cover: „This Is an album by The Black Keys, the name of the album is Brothers“. Weiße Schrift, schwarzer Grund. Die Band scheint ihr Potential nicht mehr ausschöpfen zu können. Schade.

Klaus Porst

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