Rezension

Son Lux

Tomorrows I


Highlights: Last Light/ / Plans We Made
Genre: Experimental Pop
Sounds Like: The Knife // Fever Ray // Perfume Genius

VÖ: 14.08.2020

Ein großes Projekt in verträglichen Häppchen servieren Son Lux mit „Tomorrows“. Ein Mammutrelease steckt hinter diesem Titel, allerdings aufgeteilt in drei leichter konsumierbare Teile. Den Anfang einer Trilogie macht nun „Tomorrows I“. Dass die Aufteilung Sinn macht, zeigt die mittlerweile recht umfassende Diskografie des Trios. Zwar verweilten Son Lux zeitlebens in unglaublichem Schönklang, präsentierten diesen jedoch gern mal hinter einer Vielzahl an Soundschichten.

„Tomorrows I“ ist in dieser Hinsicht anders, weil klarer denn je. Reduzierter treten Son Lux auf, allerdings nicht weniger thematisch fordernd. Die Single „Plans We Made“ ist beinahe leichtfüßig, setzt sich dann textlich jedoch mit der Unvermeidlichkeit des Scheiterns und der Zerbrechlichkeit von besten Absichten und Beziehungen auseinander. „Only“ hingegen steht quasi Note für Note still und bewegt sich nur sehr abgehackt fort. Zusammengehalten werden viele der neuen Songs von kurzen Interludes und Intros, die wirklich als Kitt funktionieren.

Wenn man Son Lux eines vorwerfen kann, dann dass sie sich in einem sehr eigenen Kosmos bewegen und hierin öfter ein recht ähnliches Soundkonstrukt wählen, insbesondere was Tempo, Breaks und Gesangsstil angeht. Wunderschön durchkomponiert ist zwar jedes der bislang sechs Alben, mit der Zeit jedoch ist das Schema erkannt. Wie sehr das jedoch meckern auf allerhöchstem Niveau ist, zeigen die bisherigen Wertungen zu diesem außergewöhnlichen Projekt und auch der erste Teil der „Tomorrows“ fällt hier nur ganz knapp ab.

Klaus Porst

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Plans We Made

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