Rezension

Sivert Høyem

Lioness


Highlights: Sleepwalking Man // My Thieving Heart (feat. Marie Munroe) // V - O - I - D
Genre: Rock
Sounds Like: Madrugada // Mark Lanegan // Nick Cave // The National // Evangelist

VÖ: 29.01.2016

Neues hört man dieser Tage aus dem Hause Sivert Høyem. Der norwegische Ex-Sänger von Madrugada veröffentlicht mal wieder ein Soloalbum. Neu ist dabei allerdings wenig, Høyem klingt, wie Høyem schon immer klang. Das bedeutet vor allem: Ausnahmslos guter Gesang, passend zum auftreten melancholischer Rock dazu. „Lioness“ ist sein sechstes Soloalbum und somit der sechste Beweis des Sängers (neben einer fast ebenso hohen Anzahl Madrugada-Alben), dass dem ewigen Thema der Liebe nie die Beschreibungen ausgehen. Egal, was in der Welt passiert, Høyem bleibt einer der letzten Gentlemen, dessen rotweingeschwängerter Sound der ideale Begleiter eines Abends zu zweit oder schmachtend allein ist.

Erstes Highlight der neuen Platte ist auch die erste, sehr eingängige Single „Sleepwalking Man“, in der Høyem in den Lyrics mal wieder seine Liebe zur See kundtut (es beginnt mit „i love the ocean, too“), was bereits „Into The Sea“ oder „Lost At Sea“ verkündeten. In der schönen Ballade „It Belongs To Me“ nimmt sich der Sänger zurück wie lange nicht. Die Stärke Høyems war und ist das Spiel seiner Gesangsstimme, die unabhängig von der Breite der Textthemen immer wieder aufs Neue schön klingt. Besser ist es dann sogar noch, wenn er passende Unterstützung erhält: Im Duett „My Thieving Heart“ besetzt wunderbar die Sängerin Marie Munroe den Gegenpart.

Wie auf nahezu jedem Album in Høyems Karriere findet man auch auf „Lioness“ einen Ausfall: „Silences“ bewegt sich irgendwo auf der Schiene zwischen Countryanleihen und mit Streichern aufgeladenem Swing, hier überdreht Høyem den Pathos auf dem letzten Stück eines ansonsten durchweg guten Albums. „Lioness“ macht genauso weiter wie „Moon Landing“, „Endless Love“ oder „Long Slow Distance“. Sivert Høyem hat seine spezielle Nische gefunden und aus dieser wohlig warmen Ecke versorgt er die Musikwelt mit immer neuen Ausprägungen des Gleichen, allerdings auf einem hohen Niveau, so dass auch „Lioness“ nicht langweilig wirkt.

Klaus Porst

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