Rezension

Battles

La Di Da Di


Highlights: -
Genre: Artpop // Experimental // Avantgarde // Lo-Fi-Noise
Sounds Like: Ghinzu // Liars // Holy Fuck // 65daysofstatic

VÖ: 18.09.2015

Sind die Texte vieler Songs nicht zu banal? Oftmals ist doch nicht mehr als „Lalala“, „Shalala“ oder „La Di Da Di“ zu hören: Hauptsache nichts Verständliches, Hauptsache es klingt harmonisch und hat Vokale. Nun singen die Battles nicht, sondern sind reine Instrumentalwerker. Bislang sind sie auch nicht in Verdacht geraten, banalen instrumentalen Singsang zu fabrizieren, sondern eher Vertreter komplexer Kunst. Unter „Kunst“ fällt dann auch jenes, was sich hinter „La Di Da Di“ verbirgt, allerdings unter jene, die immer mit dem spöttischen Zusatz „…oder kann das weg?“ versehen ist.

„La Di Da Di“ ist Studiogefrickel um des Ausprobierens willen. Hörbar ohne Ziel, Struktur oder den Anspruch, hier Hörbares zu schaffen, pluckern, ploppen, klirren die Stücke daher. Etwa „DotNet“. Elektronische Spielereien, ähnlich Mouse On Mars. Dazu eine Prise Gitarrenzupfen, wahllosem Einspielen von Soundschnipseln und ähnlichem. Statt Songs finden sich hier Collagen, die zwar viel handwerklichen Anspruch haben, aber auf Dauer einfach nur langweilen. Spätestens nach einer Viertelstunde hat man genug gehört, um entnervt den Ton abzudrehen.

Was „La Di Da Di“ fehlt, sind eben jene Harmonien und Melodien, die dann doch als Grundmotto oder zumindest ausbrechendem Ansatz den Hörer mitreißen. Jede herumjammende Krautrockband hat diese Momente, selbst im virtuosesten Gitarrenverdrehen Jimi Hendrix‘ steckt immer noch ein bisschen Restmotto, an dem man sich aufhängen kann. Aber hier? Schiefe Töne, Proberaumaufnahmen zweiter Klasse, Soundcheckorgien, elektronisches Herumstöpseln ohne Sinn und Verstand. Ist drei Minuten lang interessant, dann geht den Battles spürbar die Luft aus. Egal, zu welcher Sekunde man sich in die Stücke reinspult, man hat immer das Gefühl, genau an der gleichen Stelle zu verharren.

Klaus Porst

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