Rezension

Battles

Juice B Crypts


Highlights: Ambulance // Titanium 2 Step (featuring Sal Principato) // IZM (featuring Shabazz Palaces)
Genre: Experimental // Rock
Sounds Like: Flaming Lips // Superorganism // Brainfeeder

VÖ: 18.10.2019

Das höchste Crashbecken der Rockgeschichte scheppert wieder. Alle vier Jahre wird nicht nur der Bundestag gewählt, in dieser Zeitspanne ist auch die Reifezeit für neue Battles-Alben. Diesem Rhythmus bleiben sie treu, auch wenn John Stanier und Ian Williams mittlerweile leider nur noch zu zweit sind. Dave Konopka verließ die Band Anfang des Jahres. Mit Chris Tabron haben die beiden dafür einen Produzenten gefunden, der sich auf – Überraschung! – Pop-Musik versteht (Beyoncé, Nicki Minaj, Mobb Deep, Ratking). Wahrscheinlich wirkt das neue Album deswegen wesentlich zugänglicher als das letzte.

Es könnte aber auch an den fantastischen Feature-Gästen liegen: Jon Anderson (Yes) singt zusammen mit der taiwanesischen Psychedelic-Crew Prairie WWWW. tUnE-yArDs drehen so durch, wie man sich das vorstellt, wenn sie mit den Battles jammen. Xenia Rubinos dramatisiert “They Played It Twice” zur Rock-Oper. Sal Principato zitiert 80er-Post-Punk-Ekstase und Shabazz Palaces tun, was sie am besten können – Rappen.

Ihr Song “Izm” ist ein Highlight des Albums, weil Rap, die Monsterbeats von Battles und crazy Synth-Loops perfekt zusammengehen. So viel Kopfnicken gab es nicht seit “Sweetie & Shag”. Ein ganzes Album voller Rap-Features möchte man nach “Izm” direkt auf seinen nächsten Wunschzettel schreiben. Aber auch abseits davon gelingt auf “Juice B Crypts” ein lässiger Ausgleich zwichen Gefrickel, Pop, Fusion, Zitat und Pioniergeist.

Peter Heidelbach

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Battles - A Loop So Nice… / They Played It Twice (ft. Xenia Rubinos)

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