Interview

65daysofstatic


65daysofstatic sind im Oktober 2013 im Rahmen einer großen Tournee zu ihrem neuen Album "Wild Light" im Berliner Lido zu Gast, wir haben das Glück, vor dem Konzert mit Joe Shrewsbury reden zu können. Doch zunächst einmal heißt es warten, denn der Soundcheck der Engländer dauert ungewöhnlich lang. (for the first time in éclat history, this interview is also available in english; you'll find the english version below the german text)

Der Soundcheck war ziemlich beeindruckend – ihr macht einen sehr fokussierten und perfektionistischen Eindruck.

Joe Shrewsbury: Ja, wir sind wirklich eine perfektionistische Band. Das ist unser gro?er Fluch (lacht).

Euer Fluch?

Joe: Wir verbringen während des Tages viel Zeit in den Klubs, um Musik zu machen. Wir könnten auch unterwegs sein, uns Berlin anschauen. Wir sind definitiv perfektionistisch. Es erfordert viel Konzentration, die neue Platte live zu spielen. Wir haben die Songs geschrieben, sie ins Studio mitgenommen und quasi noch einmal neu geschrieben. Dabei haben wir eine Menge Sounds verändert und verbessert. Folglich müssen wir jetzt wieder lernen, wie man die Platte in einer Liveumgebung spielt. Eigentlich sieht's gar nicht so kompliziert aus. Es ist sogar eine sehr simple Scheibe mit simplen Songs. Aber es gibt halt eine Menge Sachen, an die man denken muss.

Ihr versucht also, "nur" das Album 1:1 zu spielen? Ich meine, ihr hättet auch die Möglichkeit, etwas in eurem Live-Set gegenüber der Platte zu verändern.

Joe: Nein, wir versuchen nicht die Platte 1:1 zu kopieren, aber wir versuchen, die Sachen, die im Studio einen guten, einen positiven Eindruck hinterlassen haben, auch live zu bringen. Der letzte Track zum Beispiel, "Safe Passage", besteht aus ungefähr sechs Synthesizer-Ketten. Live lässt sich das nicht umsetzen. Da müsste man schon Emerson, Lake & Palmer hei?en. Die hatten die ganzen Synthesizer auf der Bühne. Aber dann gibt?s Fehler, die Synthesizer gehen kaputt und daran haben wir kein Interesse. Es ist also ein Kompromiss.

Du sagst, dass die Platte sehr simpel ist, aber auf mich macht sie den gegenteiligen Eindruck. Ich finde, sie ist ziemlich komplex beim Anhören. Zunächst habe ich so ein Gefühl der Frische verspürt, dann ein Gefühl der Wärme, um es schlie?lich nach einigen Durchläufen immer schwieriger zu finden, zum Kern vorzudringen.

Joe: Ich glaube, es ist mit Blick auf die Entwicklung der 65days-Alben eine simple Scheibe. Statt alles Mögliche hineinzupacken, haben wir dieses Mal vieles weggelassen. Es gibt mehr Raum zum Atmen. Wir sind wirklich stolz darauf, wie sie klingt.

Aber es gibt keine wirklich markanten Punkte, an denen man sich orientieren kann.

Joe: Das stimmt, es ist so etwas wie eine chemische Substanz, flüchtig. Darum haben wir das Album "Wild Light" genannt. Als Band kann man nie so recht sehen, was man eigentlich tut. Du spielst in einem Raum Songs, in unserem Fall "Undertow" oder "Sleepwalk City". Die Ideen kamen sehr schnell, aber es waren immer nur Momente und wir haben nun ein ganzes Jahr damit zugebracht, diese Momente wiederzufinden und einzufangen. Darum geht es: die Ideen festzuhalten, und zwar so frisch, dass es sich nicht anfühlt, als sei schon ein Jahr verstrichen. Trotzdem denke ich nicht, dass es ein überproduziertes Album ist. Wir haben viel an den Songs gearbeitet, wieder und wieder. Eine Art Politur, um an das Herzstück zu gelangen. Schwer darüber zu sprechen, aber so fühlt es sich an.

Ich hatte dieses Bild vor meinem geistigen Auge, eine sehr langsame Sequenz einzelner Frames, wie in Slow-Motion, ohne dass man wüsste, was davor oder danach kommt.

Joe: Eine Art...

...Flackern. Womit wir wieder beim Wild Light sind.

Joe: Ja (denkt nach). Ich will etwas sagen, dass dem Album gerecht wird. Nichts Voreiliges, dazu ist es zu wichtig für uns. Ich nehme an, unsere Geschichte ist in etwa folgende: Wir haben drei Alben mit Independent-Plattenfirmen produziert, danach ein Dance-Album mit einer weiteren Plattenfirma und schlie?lich "Silent Running". Dann haben wir darüber nachgedacht, was mit all den Bands, die mit uns gespielt haben, und all den Labels, mit denen wir zusammengearbeitet haben, passiert ist. Einige von ihnen waren gro?artig, einige schrecklich und einige sind verschwunden – uns aber gibt es noch immer (lacht). Wir hatten einfach keine Angst mehr. Wir haben schlicht das gemacht, was wir wollten, die Platte aufgenommen, die wir aufnehmen wollten. Wir haben uns nicht mehr darum gekümmert, ob man es eine Dance-Platte oder eine Post-Rock-Platte nennen würde. Uns war egal, was die Leute aus einer kritischen Ecke sagen würden. Wir hatten nur die Hoffnung, dass die Leute reagieren würden. Das scheint eingetreten zu sein. Viele Leute haben gesagt, "Wisst ihr was, das ist keine neue Musik, kein neues 65." Es ist einfach der Höhepunkt all der Dinge, die wir gelernt haben, ähnlich der Reise, auf der wir uns befinden. Ich meine, als Menschen haben wir schon so vieles durchgemacht. Wir sind seit langer Zeit Freunde. Ich glaube, unsere Idee war einfach nur: "Wenn die Musikindustrie zusammenbricht, wenn die ganze Welt zusammenbricht, dann lasst uns vorher noch etwas machen, auf das wir wirklich stolz sind."

Ich würde nicht versuchen, ein Genre zu finden. Das macht man bei Bands, die an ihrem Anfang stehen. Aber je länger eine Band dabei ist und je grö?er sie wird, desto weniger spielt es eine Rolle, in welches Genre man sie packt.

Joe: Absolut, es macht keinen Unterschied, welche Tools sie dazu verwenden, um ihre Musik zu machen. So wie beim Gebrauch von elektronischen und akustischen Instrumenten. Keine gro?e Sache, oder? Nimm Portishead, Radiohead oder New Order. Die machen's so. Es ist einfach der für sie beste Weg, um ihre Musik zu machen. Wir beginnen gerade, genau das zu verstehen.

Ich hatte die Gelegenheit, euch letzte Woche in Hamburg zu sehen, und es ist gut, Songs wie "Retreat! Retreat!" und "Radio Protector" nach wie vor in eurer Setlist zu finden.

Joe: Das sind sehr wichtige Songs. Die Leute wollen sie hören, wir spielen sie gerne. Wir versuchen nicht, die Vergangenheit zu vergessen. Wir sind auf alles stolz, was wir getan haben. Momentan ist es sehr spannend, die neuen Songs in die Setlist zu integrieren. Manche Songs spielen wir gar nicht, manche passen einfach nicht, da fehlt der Flow. Nächstes Jahr werden wir "The Fall Of Math" in Gänze live spielen. Das haben wir nie zuvor gemacht, nicht mal, als wir das Album geschrieben haben.

Das sind gute Neuigkeiten für eure treuen Fans. Und für euch muss es auch eine Motivation sein, Songs mal wieder zu spielen, die ihr länger nicht im Repertoire hattet.

Joe: Das ist so eine Sache. Wir werden zurückkehren zur Originalprogrammierung. Die wird dann nicht so gut klingen wie die aktuelle, weil wir in der Zwischenzeit vieles hinzugelernt haben. Wahrscheinlich werden wir bei den Sounds ein bisschen was auffrischen, aktualisieren. Es wird spannend werden: zehn Jahre des Lernens, bessere Musiker zu werden, auf das anzuwenden, was wir als Erstes gemacht haben. Ich glaube, dass "The Fall Of Math" und "Wild Light" eine Menge gemeinsam haben, denn es sind beides Platten, die ohne Erwartungen und mit viel musikalischer Freiheit entstanden sind. Wir haben sie nicht für irgendwen gemacht. Zur Zeit von "The Fall Of Math" hatten wir tagsüber einen Job. Wir waren Kids, Musik haben wir nur am Abend gemacht. Wir hatten überhaupt keinen Plan, was da entstanden ist, wir wussten nicht mal, dass überhaupt Leute die Sachen hören würden. Die Reaktion hat dann unsere Leben radikal geändert, da wir direkt nach dem Release auf Tour gegangen sind und für sechs Jahre unterwegs waren.

Das bedeutet, dass ihr bei den anderen Alben höhere Erwartungen hattet?

Joe: Na ja, sobald du irgendeine Erwartung hast, entsteht Druck. Kein Druck von einem Major-Label, einfach Druck, den du dir selbst machst, der vielleicht durch andere Bands entsteht, mit denen du mithalten willst; dann natürlich der finanzielle Druck... "One Time For All Time" kam ziemlich bald nach "The Fall Of Math", wir waren auf Tour gegangen und unser ganzes Leben hatte sich verändert. Wir hatten das Gefühl, dass wir uns beweisen mussten, eine Band zu sein. Die Platte war dann ziemlich erfolgreich. Sie war ziemlich merkwürdig, aber die Leute mochten sie. Und "The Destruction Of Small Ideas" war ziemlich verrückt. Uns gingen die Wege aus, Musik zu schreiben, gleichzeitig hatten wir viele spannende, abgedrehte Ideen, wie eine Produktion, der Mix, schlicht wie ein Album aussehen könnte. "We Were Exploding Anyway" war der bewusste Versuch, gute Arrangements zu kreieren, harte Elektronik zu nutzen und die Leute zum Tanzen zu bringen. Es war für uns eine Flucht aus dem ganzen ernsthaften Post-Rock-Business, das begann, uns ziemlich zuzusetzen. "Wild Light"... nun ja, wir hatten niemandem mehr etwas zu beweisen, auch nicht uns selbst, weshalb es sich anfühlte, als seien wir wieder die Kids von damals. Zumal wir eine ganze Weile zu Hause und nicht auf Tour waren.

Die Heavy-Sky-EP hast du nicht erwähnt. Die ist meiner Meinung nach wie eine Brücke zwischen den beiden letzten Alben.

Joe: Das ist interessant. Alle Songs von "Heavy Sky" hätten auf "Exploding" sein können. Wir haben für "Exploding" 16 oder 17 Songs aufgenommen und dann einen Teil davon für das Album ausgewählt. Wir hätten auch 'ne ganz andere Platte machen können, ich denke, das ist es, was du meinst. Wir hätten "Guitar Cascades" oder "Sawtooth Rising" nehmen können. "Heavy Sky" ist beinahe die Traumwelt von "Exploding", praktisch all das Zeug, das wir uns damals nicht erlaubt haben, weil wir zu kontrolliert waren.

Vielleicht ist das die Traumwelt, die wir jetzt in "Wild Light" finden.

Joe: In "Wild Light" versuchen wir nichts mehr zu verstecken. Wir hatten nur acht Songs, mit denen wir ins Studio gefahren sind, wobei einige nur als Skizzen existierten. Hätte nur einer von ihnen nicht funktioniert... Manchmal ist es mit der Musik wie mit einem Kartenhaus, das in der letzten Minute zusammenbricht. Wäre das passiert, hätten wir ein unvollständiges Album gehabt. Es ist komisch, denn zwei Jahre zuvor hätte uns das völlig aus dem Konzept gebracht. Aber dieses Mal waren wir sehr, sehr, sehr ruhig. Wir wussten einfach, dass wir etwas hatten, was leben wollte – so wie Frankensteins Monster (lacht).

Würdest du euch auch als ruhig bezeichnen, wenn ein Konzert unmittelbar bevorsteht, also zum Beispiel während des Soundchecks?

Joe: Wir werden immer noch nervös. Ich glaube, das ist gut so. Allerdings sind wir weitaus weniger ängstlich, was gut ist, denn das kann dich ziemlich krank machen und auslaugen. An irgendeinem Punkt der letzten Jahre habe ich realisiert, dass wir das Abend für Abend ungefähr 1000 Mal gemacht haben, und dass die Konzerte, die sich als die schlechtesten angefühlt haben, gar nicht so schlecht waren. Und dass die besten Konzerte, die wir gespielt haben, wahrscheinlich einfach nur Konzerte waren.

Nach mehr als 1000 Konzerten könnte man auf die Idee kommen, dass es langweilig wird...

Joe: Niemals! Es gibt einfach zu viele Leute, die genau das machen wollen und nicht die Chance dazu bekommen. Für uns bedeutet es viel, zusammen zu spielen. "Retreat! Retreat!" ist seit ziemlich genau zehn Jahren dabei und es ist jede Nacht aufregend. Wenn ich mich auf der Tour langweilen würde, dann würde ich mich schuldig fühlen, weil es einfach eine so gro?artige Sache ist.

Ihr seid also gespannt auf die Tour, die gerade begonnen hat.

Joe: Ja! Wobei... zwei Wochen sind's jetzt? Fühlt sich an, als sei ich schon ewig unterwegs. Wir kommen an den Punkt, wo es wirklich anstrengend ist, an dem sich der ganze Tag nur noch um die Show dreht.

Was macht ihr, um euch mal für ein paar Stunden von der Musik abzulenken?

Joe: Einige von uns gehen laufen. Ich gehe schwimmen, suche nach Schwimmbädern – hier unten hinter dem Park ist auch eins, oder? Diesmal habe ich es nicht geschafft, letztes Mal war ich drin. Dann studiere ich, um einen Abschluss zu bekommen. In Geschichte. Meine Bücher habe ich alle dabei. Früher hab ich sowas nicht gemacht, aber das Leben ändert sich. Wir gehen auch gern raus, schauen uns was an. Das sind alles gro?e europäische Städte, da gibt?s ne Menge zu sehen.

Von Berlin habt ihr heute aber nichts gesehen, oder?

Joe: Nein, wir wurden für Boiler Room TV hier im Klub gefilmt, hatten also einen echt langen Tag. Ich bin mehrfach in Berlin gewesen. Ich finde, es ist ein fantastischer Ort, Unmengen an Musikern und Künstlern. Ich würde gern mehr Zeit hier verbringen. (Das Gespräch schweift ein wenig ab. Dabei hat Joe noch etwas zu sagen.) Rock'n'Roll ist nicht mehr so lebendig, wie er einmal war. Vieles ist kalt, vieles kapitalistisch. Das ist dann nicht wirklich aufregend. Live zu spielen, Platten aufzunehmen, das ist gro?artig. Aber es geht derzeit so viel vor sich, technologisch, im Netz...

Je mehr die Promo-Agentur ausgibt, desto berühmter wirst du. Es geht nicht um die Ideen.

Joe: Genau so sieht's aus. Wir versuchen das zu umschiffen, wie durch unsere Installation (in der Millenium Gallery in ihrer Heimatstadt Sheffield im Sommer 2013). "Sleepwalk City" ist auf dem Album fünf Minuten lang, ursprünglich ist es ein 30-minütiges Stück, das wir performt haben. Wir haben eine zeitgenössische Tanzshow gemacht und "Silent Running" (einen retrospektiven Soundtrack zum gleichnamigen Science-Fiction-Film von 1972). Es geht darum, andere Wege zu finden, um die Dinge zu entdecken. Ansonsten ist der Lebensstil oft sehr vorgezeichnet.

Das muss sich manchmal ziemlich weit weg von einem normalen Leben anfühlen.

Joe: Nun, ich denke, damit kommen wir mittlerweile klar. Wir haben alle ziemlich solide Heimathäfen, Orte, an die man zurückkehrt. Klar, in der Vergangenheit haben wir zu viel getourt, uns darin verloren, dann ist es hart, nach Hause zu kommen. Ich denke jeder, der länger als bis Ende zwanzig dabei ist, muss einen Weg für sich finden, damit umzugehen. Ansonsten endest du wie einer dieser Typen... nun ja, ich habe da so Geschichten gehört... Für mich ist das nichts. Ich will nicht, dass ich irgendwann nicht mehr funktioniere. Es gibt so viele Dinge, die ich machen will. Also geht es um Balance. Die Tour wird schwieriger und schwieriger werden. Es geht darum, dich beieinander zu halten, um dann nach Hause zu gehen und ganz normale Sachen zu machen: Abwaschen und den Müll rausbringen.

ENGLISH VERSION: 65daysofstatic visit Berlin in October 2013 as part of their "Wild Light" tour to play a concert in Lido. We have the chance to talk to Joe Shrewsbury prior to the show. Yet, before the interview can start we have to wait as the band's soundcheck is longer than expected.

The soundcheck was quite impressive, very long – you seem to be very focussed, very perfectionist.

Joe Shrewsbury: Definitely, we are a perfectionist band. That's our great... curse (laughs).

Your curse?

Joe: We spend a lot of time in venues in the daytime playing music. We could be out, look at Berlin. Definitely, we are perfectionist. The new record, it's quite a lot of concentration to play live. We made it, we wrote it, and then we took it to the studio and kind of wrote it again. We changed a lot of sounds and obviously made them much better. But I mean, we have to relearn to play the record in a live setting. It doesn't look that complicated. It's a very simple record, very simple songs. But there's a lot of stuff you have to remember.

So you just try to copy the album itself? I mean, you also might have the chance to change something in your live set compared to the record.

Joe: By no means we're trying to play the record exactly but we're trying to take some of the things that happened in the studio that were really good, that were really positive for the record. We're trying to kind of bring 'em across live. Tracks like "Safe Passage", the last one on the record, it's like six synth chains together. There's no way you could do that live. You need to be like Emerson, Lake & Palmer or something. You have to have all those synths on stage. They go wrong, they do break and we're not interested in doing that. So, there's a compromise there.

You say that the record is quite simple but to me it's the opposite. It's quite complex to listen to. At first, I had the feeling of it being fresh and then it felt like it's heart-warming, actually, but after a couple of times that I had listened to it, it felt difficult to get to the core, unstable, insecure.

Joe: I think, we feel it's simple because in terms of 65days' records instead of putting lots of stuff in we put a lot of stuff out. There's more room to breath. We're really proud of the way it sounds.

But there are no really significant marks in there, no points where you could find some orientation.

Joe: Right, it's kind of a chemical mixture, it's volatile. That's why we called it "Wild Light" – as a band you can't ever quite see what it is that you're doing. We played together in a room like, erm, "Undertow" or "Sleepwalk City". We played them, they came really fast. But they were just moments and now we had to spend a whole year trying to get back to them. So you're just trying to capture that moment. That's what it's all about. It's like trying to capture immediate points but without it's already a year's passed, so it's trying to make things feel fresh. So, I don't think it's an overworked record, but it has been worked on over and over again. It's kind of polishing to get to the heart, to the heart centre. It's very hard to talk about but that is how it feels.

I had this idea, this picture in my mind of a very slow sequence of images, like slow motion and you have no idea of what was before and what came after it.

Joe: That's kind of...

...a flickering. The Wild Light, again.

Joe: Sure (thinks). I wanna say something that will do justice to the record. I don't wanna say something flipping' about the record because it's too important to us. I suppose, what we did was, we made three records with independent record companies and then we made another dance record with another record company and then we made 'Silent Running'. And then we thought that all of these bands we played with and all of these labels we worked with – some of them disappeared, some of them were horrible, some of them were amazing, and we've lasted (laughs). We kind of weren't scared anymore. So, we just did what we wanted to do. Just made the record we wanted to make. We didn't care about it being called a dance record, didn't care about it being called a post-rock record. We didn't care what people would think in a kind of critical point of view. We just hoped that people would respond to it. That seems to be what's happened because lots of people said "You know, it's not like new music, it's not like new 65", it's just a culmination of all the things we've learned, almost like the journey we've been on. I mean we've been through a lot together as people. We've been friends for a long time. I suppose we just thought "Well, if the music industry is gonna collapse, if the whole world is gonna collapse we need to make something that we're really proud of." That's it, really.

I wouldn't try to find some genre for it. I mean that's what you can do with bands in the beginning. But for most of the bands that become bigger and have a longer history, it doesn't matter what genre they're in.

Joe: Absolutely, it doesn't matter what tools they use to make music. Like the idea of using electronics and acoustic instruments. Isn't really that big a deal, is it? If you listen to Portishead, or Radiohead, or New Order. It's exactly what they do. It's not a big deal. It's just the best way they can find to make that music. That's what we're just starting to realize.

I had the chance to see you last week in Hamburg, and I'm still happy to find songs like "Retreat! Retreat!" and "Radio Protector" in your setlist.

Joe: Very important songs. People want to hear those, we enjoy playing those. We're definitely not trying to forget the past. We're really proud of everything we've done. Now, it's really interesting trying to get the new record in the set so it works cause there's lots of songs we don't play. It's just hard to get 'em into the set, they don't flow. We're gonna play "The Fall Of Math" next year in its entirety. We've never ever done that before, not even when we wrote it.

I think it's really good news for your older fans, and it must also be a motivation for you as you're able to play songs you haven't played in a long time.

No, and there's an element... we're gonna go back to the original programming. It's not gonna sound as good as the programming we do now because we've learned so much. We're probably gonna fresh some of it up, bring it up to date. It's gonna be really interesting applying kind of ten years of learning to be better musicians to the thing that we did first. I think "The Fall Of Math" and "Wild Light" have a lot in common in terms of they were both records that were made with no expectations, lots of freedom – musically –, we weren't making it for anybody. With "The Fall Of Math" we all had day jobs, we were just kids, really, and we just made it in the evening. We had no idea what we'd made, we had no idea people would even listen to it. The response changed our lives in a way because immediately after that record was released we went on tour and we toured for six years.

That means that for the other albums you had higher expectations...?

Joe: Well, as soon as you get to any point of expectation there's pressure on you. Not the major label pressure, maybe just pressure on yourself, pressure from other bands, because you wanna make sure that you can compete, there's some monetary pressure... I mean "One Time For All Time" was very soon after "The Fall Of Math" and we'd been on tour and our whole lives had changed. We felt we had to prove to ourselves we're a band and than it was a very successful record. I mean, it's a really strange record but people liked it. And then "The Destruction Of Small Ideas" was this crazy record where we were running out of ways to write music. At the same time we had lots of interesting, weird ideas about production, about mixing, about what an album could be. "We Were Exploding Anyway" was like a conscious effort to make good arrangements, to use hard electronics, to make people dance, it was kind of a getaway from that whole serious post-rock thing that really pushed on us. "Wild Light"... well, we had nothing left to proof to anybody and ourselves so for that reason it almost felt like being those kids again. You know, we went home, we didn't go on tour for a while.

The EP "Heavy Sky" for me is kind of the bridge between the last two albums.

Joe: That's interesting. All of the songs of "Heavy Sky" could have been on "Exploding". This is how we made "Exploding". We had these 16 or 17 songs and we picked a record list. We could have made a different kind of record, and that is what you're saying. We could have put "Guitar Cascades" on there or "Sawtooth Rising". "Heavy Sky" is almost like the dreamworld of "Exploding", like all the stuff we couldn't allow ourselves to do, 'cause we were too controlled at that time.

Maybe, this is the dreamworld we now find in "Wild Light".

Joe: With "Wild Light" we're not trying to hide all that. We just had those eight songs. We went to the studio and some of the songs were just sketches and if one of them had fallen apart... Sometimes you build music like a house of cards and in the last minute it doesn't work. If that had happened, we would have had an incomplete album. It's funny because if that happened to us two years ago we would have absolutely freaked out. But we were very, very, very, calm. We knew that we had something that wanted to live – like Frankenstein's monster (chuckles).

Would you consider yourself to be calm when the concert's ahead, like during the soundcheck?

Joe: We're still getting nervous. I think it's a good thing to be nervous but we're definitely less anxious cause you can get really ill that way, really tired. At a certain point over the last few years I just realized I've done this, night after night, like a thousand times, and the worst concerts I felt we'd ever played weren't that bad, and the best concerts we ever played were probably just concerts.

After more than thousand concerts you could get the idea of getting bored, maybe...

Joe: Never! Because there's too many people who want to do this who don't get to do it. And playing the music together means a great deal to us. "Retreat! Retreat!", i've been playing that for ten years and it's exciting every night. If I was bored on tour I felt very guilty about being here, because it's a great thing to do.

So, you're very excited about the tour which has just begun...

Joe: Yeah! Although... two weeks in!? I feel like I've been away forever. So we're getting to that point where you're really tired. The whole day is just about the show.

What do you do to forget about the music for a couple of hours?

Joe: Some of us go running. I go swimming. I find swimming pools, there's one down here behind the park, right? I didn't go there today but I went last time. I'm studying to do a degree. A history degree. I have all my books with me. I didn't do stuff like that but life changes. Also, we go out, see stuff. It's like major European cities, there is a lot to see.

But you didn't find time to see something of Berlin today?

Joe: Not this time cause we did filming for Boiler Room TV in the venue so we had a really long day. I've been to Berlin many times, I think it's a fantastic place, lots of musicians and artists here. I'd love to spend more time here. (The talk digresses. Joe has something to say, though.) Rock'n'Roll is not as lively as it used to be. A lot of it is quite cold, a lot of it is quite capitalist. It's not particularly exciting. Playing live is amazing, making records is amazing. But there's a lot more going on out there, technologically, on the internet.

The more your promotion agency spends on ads, the more popular you'll become. It's not about your ideas.

Joe: I completely agree. We're trying to side-step it by doing stuff like the installation (Millennium Gallery, Sheffield, mid 2013). "Sleepwalk City" is a 5-minute song on the record, but it's a 30-minute piece we performed. We did a contemporary dance show. We did "Silent Running" (a retrospective soundtrack for the Science Fiction classic "Silent Running"). It's just trying to find different ways to get out there and explore things. Because sometimes this lifestyle is very predesignated.

Sometimes it must also feel a bit away from normal life.

Joe: Well, I think it's a thing we've come to terms with now. We've got pretty good home lives. We have things to go back to. Definitely, in the past we toured too much and got pretty lost, going home is very hard. I think anyone who's doing it past their twenties has to find a way to cope with that otherwise you end up like one of these guys... Well, I've heard stories... It's not for me. I don't want not to be able to function. There's so much I want to do. So, it's about balance. This tour will become more and more difficult, more and more functional. It's just about keeping your grip, and then going home, doing normal stuff, washing up and taking the bins out.

Mischa Karth

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