Rezension

Travis

Where You Stand


Highlights: Mother // Warning Sign // Where You Stand
Genre: Pop // Brit-Pop
Sounds Like: Keane // Coldplay

VÖ: 16.08.2013

Seit 2008 haben die Jungs nichts von sich hören lassen, und nun endlich gibt's von ihnen wieder was auf die Ohren. „Where You Stand“ ist eine Platte in bester Travis-Manier, die einem vorkommt, wie eine wundervoll gewohnte Geschichte, bei der man erst jetzt merkt, wie sehr sie einem gefehlt hat. So sympathisch nahestehend nämlich erklingt die Stimme Healys inmitten von Britpop-Gitarren und einfach getaktetem Pop-Sound, der durch runde Produktion und gekonnt eingesetzte Klavier- und Geigenklänge an Tiefe gewinnt.

Mit diesem nun siebten Studioalbum haben sich die vier Schotten eine Platte zusammengeschrieben, die ganz bescheiden die großen Gesten vertont, unaufgeregt Eifersucht, Liebe, Trennung und Lebenskrisen thematisiert und dabei auch noch wundervoll einfach gute Laune versprüht. Man könnte meinen, dass sich aus dem eben Beschriebenen ein Widerspruch ergeben müsste. Bemerkenswerterweise sind Travis jedoch genau die Band, die diesen Dualismus herrlich einfach zusammenfasst und mit einer ganz eigenen Unbedarftheit erklingen lässt.

Als Opener hätten sich die Schotten keinen besseren Song als „Mother“ aussuchen können, der ganz einfach anfängt, sukzessive aber alle Register zieht, sämtliche Funken sprühen lässt und von der Struktur somit sehr an den „Simple Song“ der Shins erinnert. Spätestens dann bei Healys ergreifendem „Why did we wait so long?“ ist es jedenfalls um einen geschehen.

„Another Guy“ hingegen schafft es trotz der leidenschaftlichen Thematik, ganz unbeeindruckt zu bleiben: „You can cry all you want, it won't change a thing, cause I saw you with another guy“, erklärt Healy, wozu im Hintergrund eine beinahe süße, dennoch recht coole Melodie erklingt und der Erwischten so fast schon beiläufig erklärt wird, dass es vorbei ist.

Songs wie „Mother“, „Warning Sign“ oder „Where You Stand“ erinnern an die großen, typischen Pop-Melodien der vergangenen Alben. Der Gesamtsound Travis' jedoch ist etwas abgekühlter, schnörkelloser, wie etwa die Stücke „Another Guy“ oder „Reminder“ beweisen und mit dem Abschlusstitel „The Big Screen“ schmilzt die Melancholie langsam vor sich hin und ergibt einen gebührenden Abschluss dieser Platte.

Man kann Markus Kavkas Anmoderation zu Travis' damals neuem Song „Sing“ nur beipflichten, als er sagt: „Travis sind eine Band, die einfach keine schlechten Songs schreiben kann.“ Recht hat er.

Silvia Silko

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