Rezension

Travis

Everything At Once


Highlights: What Will Come // 3 Miles High
Genre: Pop
Sounds Like: Coldplay // R.E.M.

VÖ: 29.04.2016

Ohne Travis kein Coldplay - So oder so ähnlich lauten fast alle Beschreibungen oder Analysen Travis betreffend. Der Hinweis ist für viele ausgelutscht, dennoch zeigt er immer wieder, welch große Rolle Travis in der britischen Popmusik haben. Sie beeinflussten die frühen Coldplay wie keine andere Band und diese entwickelten sich seitdem zu einer der größten Bands des Planeten, inklusive fragwürdiger Kollaborationen und eher schwachen Alben. In diesem Zeitraum haben Travis es geschafft, mehr oder weniger sie selbst zu bleiben, so auch auf “Everything At Once”. 

Auch auf ihrem achten Studioalbum beweisen die Briten wieder, dass sie immer noch wunderschöne Popsongs schreiben können. Tolle Melodien, die nur schwer wieder aus dem Kopf zu bekommen sind, ruhige Instrumentierung mit Akustikgitarre oder Piano, das altbewährte Prinzip. Wie beispielsweise bei “3 Miles High”, dem Song mit dem größten Hitpotential der Platte. Seichte Drums und Akustikgitarre bilden den Unterbau für Fran Healys klasse Stimme, wunderschön unaufdringlich. Das lässt sich so für die gesamten 33 Minuten des Werks sagen, in denen nur in wenigen Fällen die Unaufdringlichkeit Platz für Belanglosigkeit macht. So zum Beispiel im Titelstück, das eins der wenigen Lieder ist, bei dem die Schotten sich von ihrem klassischen Aufbau trennen, ein wenig elektronisch und lauter werden und mit dem ganzen Pomp gut und gerne Teil einer neueren Coldplay-Platte sein könnten. 

So findet man auf “Everything At Once” neben den typischen Travis-Songs hier und da einen Makel, den man nicht komplett übersehen kann. So wirkt alles ein wenig unrund, was man der Band jedoch gerne mal verzeihen kann. Wenn sie sich im Nachfolger wieder ausschließlich auf ihren eigenen Sound konzentrieren, können sie diese paar Makel schnell vergessen machen.

Lewis Wellbrock

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