Rezension

To Kill A King

The Spiritual Dark Age


Highlights: Spiritual Dark Age // No More Love Songs // I Used To Work Here, Maybe You Did Too? // My God And Your God
Genre: Indie-Rock
Sounds Like: Spoon // Modest Mouse // Arab Straßp

VÖ: 26.01.2018

Als würde der Regizid im Bandnamen nicht genügen: So the good man said, „turns out God is dead“, konstatieren To Kill A King frei nach Nietzsche gleich zu Beginn von „The Spiritual Dark Age“. Wirklich zappenduster wird’s bei den Briten jedoch auch auf ihrem dritten Album nicht.

Denn so dunkel die Themen auch sein mögen, kann man immer noch einen flotten Indie-Song um sie stricken – egal, ob „The Unspeakable Crimes Of Peter Popoff“ (ein deutscher Televangelist) nun mittels einer zappeligen Modest-Mouse-Hommage erzählt werden oder „I Used To Work Here, Maybe You Did, Too?“ knapp zweieinhalb Minuten auf's Gaspedal drückt, während er mythischen Wesen Alkoholkrankheiten andichtet. Sogar Zeilen wie My God and your God, they don't get along werden feuerzeuggeeignet arrangiert – egal, dass sie dann doch nur als Metapher für zwei Liebende stehen, die nicht voneinander lassen können.

Andererseits träufeln To Kill A King auch gerne etwas Bitterstoff auf ansonsten allzu süße Songs: Liebeslieder tauchen nur auf, wenn sie wie in „Bar Fights“ an die Königin der Schlägerbräute gerichtet sind oder in der finalen Ballade stereotypische Happily-ever-after-Klischees belächeln – Hits wie „No More Lovesongs“ zeigen aber, dass sie es auch mit anderen Thematiken problemlos in die Radio-Playlists schaffen könnten. Die einzige eindeutig positive Aussage auf „The Spiritual Dark Age“ zum An-die-Wand-Hängen: Compassion is my weapon of choice – auch wenn nur der liebe Gott weiß, seit wann die Aussage des dazugehörigen Songtitels „Compassion Is A German Word“ stimmt. Zu blöd, dass der gerade für tot befunden wurde.

Jan Martens

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