Rezension

Mystery Jets

Curve Of The Earth


Highlights: Telomere // Bombay Blue // 1985
Genre: Synthie-Pop // Indie
Sounds Like: Manic Street Preachers // Nada Surf // The Rakes

VÖ: 22.01.2016

Vor bereits zehn Jahren trat die englische Band Mystery Jets mit ihrem Debüt „Making Dens“ auf den Plan und veröffentlicht nun mit „Curve of The Earth“ ihren fünften Langspieler. Sie sind um die Welt getourt und haben unter anderem die Konzerte der Arctic Monkeys in Deutschland eröffnet. Nicht die schlechtesten Referenzen auf der Habenseite, nur wird die aktuelle Veröffentlichung diese wohl nicht unbedingt erweitern, kommt sie doch zu belanglos aus den Boxen daher.

Drei Jahre schraubte die Band in einer alten Knopffabrik an „Curve Of The Earth“ und hat vor lauter Sound-Experimenten die Essenz der Songs aus dem Fokus verloren. Wo der Opener „Telomere“ und der Folgesong „Bombay Blue“ noch mit guten Gitarrenideen und passenden Spannungsbögen aufwarten können, plätschern Songs wie „Midnight's Mirror“ und das endlose „Blood Red Balloon“ ziellos durch die Playlist. Und spätestens das abschließende „The End Up“ fordert einem viel Gleichgültigkeit ab, um bis zum Ende auszuhalten.

Mystery Jets gelten laut Presseinfo als eine Band der Post-Libertines-Ära, die nicht in der Bedeutungslosigkeit versunken ist. Diesen Status stellen sie mit „Curve Of The Earth“ allerdings hart auf die Probe. Zu behäbig und überproduziert sind die Stücke aufgenommen und schaffen es daher zu selten, Spannung zu erzeugen. Bleibt zu hoffen, dass die Band um Sänger Blaine Harrison für die nächste Veröffentlichung den Synthie-Teppich mal ordentlich ausklopft und die Songs wieder auf den Punkt bringt.

Sönke Holsten

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