Rezension
Eagles Of Death Metal
Heart On
Highlights: Wannabe In L.A. // Cheap Thrills // How Can A Man With So Many Friends Feel So Alone
Genre: Blues-/Stoner-Rock
Sounds Like: Queens Of The Stone Age // Kyuss // Fu Manchu
VÖ: 16.01.2009
Grundsätzlich beschränkt sich die Vorfreude bei einer neuen Eagles-Of-Death-Metal-Veröffentlichung meist darauf, endlich wieder neue Songs im „typischen“ Gewand der Band zu hören und nicht etwa vor lauter Spannung ob einer möglichen Innovation beinahe in ein Vor-Release-Koma zu fallen.
Bei „Heart On“ verhält es sich erstaunlicherweise etwas anders. Ist man als Rezensent nach dem Genuss des ersten Songs noch geneigt, weiter zu skippen und die Platte als Klon der ersten beiden Alben anzusehen, wird spätestens beim zweiten - der ersten Singleauskopplung „Wannabe In L.A.“- klar, dass irgendwas anders ist. Ein für Jesse „Boots Electric“ Hughes sehr experimentelles Intro leitet mit Industrialgeklimper und verstörenden Stimmeinlagen zu einem 1A Surf-Blues-Riff über, das schnörkelloser nicht von einem Beat begleitet werden könnte. Klingt spannend, ist auch so. Zumal wenigstens die Lyrik bekannten Standards der Band entspricht: I came to LA to be Rock`n`Roll // along the way I had to sell my soul. Alright! Dreckiger Bluesrock, der immer wieder mit den typischen Rockklischees spielt und den man sich am liebsten zu einer Flasche Jack Daniel`s in einer abgewrackten Kaschemme irgendwo in den amerikanischen Süden wünschen würde – Stripperinnen und Schlägereien inklusive. Wahrscheinlich beließen es EODM allerdings bei selbstgebranntem Fusel statt teurem Jack, denn es scheint ein beträchtlicher Betrag in die Produktion von „Heart On“ geflossen zu sein, um dem Ganzen einen passenden fetteren, breitbeinigeren Sound zu verpassen. Sogar das obligatorische Falsett Jesse Hughes` fällt nicht so sehr auf die Nerven, weil es automatisch in den Hintergrund gerückt wird. Sollte sich denn das vermeintliche Freizeitprojekt Josh Hommes nun zur Ernsthaftigkeit entwickelt haben? Titel wie „How Can A Man With So Many Friends Feel So Alone“ vermitteln jedenfalls das Gefühl, und die Tatsache, dass die Scheibe gegen Ende hin auch sanftere Töne anschlägt, bestätigen diese Theorie zumindest teilweise.
In „Prissy Prancin´“ flirtet Hughes dann aber wieder mit dem Boogie und zum Abschluss hält der musikalisch am stärksten ausbrechende Song „I`m Your Torpedo“ dann nochmal eine Zusammenfassung dessen bereit, worum es bei den EODM immer noch geht: Sex, Drugs and Rock`n`Roll!
„Heart On“ ist mit Sicherheit das beste Album, das bisher aus der Zusammenarbeit von QOTSA-Mastermind Homme und Hughes, dem pornobalkentragenden Inbegriff des Rock`n´Roll, hervorgegangen ist. Dennoch bleibt ein fader Beigeschmack, ein Geschmack, der ständig für staubig belegte Zungen sorgt: Man wünscht sich ständig woanders hin – dorthin, wo diese Musik herkommt, denn sie ist nicht für die Couch und das heimische Wohnzimmer geschaffen, es sei denn ein paar Freunde und eine Flasche Whiskey sind anwesend – und Stripperinnen.
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