Rezension

Cloud Nothings

Last Building Burning


Highlights: On An Edge // In Shame // Offer An End
Genre: Lo-Fi-Rock
Sounds Like: Japandroids // Jimmy Eat World // Wavves // Built To Spill

VÖ: 19.10.2018

Death Cab For Cutie und Sleater-Kinney neben Wolves In The Throne Room und Sunn O))): Das ist schon einmal die am schlechtesten sortierte Plattensammlung der Welt, das sind aber auch Ausschnitte der jeweiligen Berufserfahrungen der Produzenten, mit denen Cloud Nothings auf „Life Without Sound“ aus dem Jahr 2017 und dem aktuellen „Last Building Burning“ zusammenarbeiteten. Dem Vorgänger hörte man den leichtfüßigen Indie-Pop-Einfluss John Goodmansons noch an – Randall Dunns Fingerabdrücke auf „Last Building Burning“ lassen sich (Gott sei Dank?) nur mit etwas Fantasie erkennen.

Ausflüge in den Doom hätte den Cloud Nothings wohl niemand so wirklich zugetraut – im Hinblick auf die rohe Energie des Quartetts aus Cleveland und die Kreativität Dylan Baldis hätte allerdings wohl auch niemand seinen Portemonnaie-Inhalt gegen solche Experimente verwettet. Wirklich träge und düster wird „Last Building Burning“ dann allerdings nur kurz auf „Dissolution“, das vielleicht nicht unabsichtlich wie „Dissonanz“ klingt: Nach ein paar Minuten Alternative-Punk macht der knapp zehnminütige Song einem Zwischenteil zwischen Free Jazz und Drum-Soundcheck Platz, der spätestens beim treibenden Noiserock-Outro wieder vergessen ist und dessen Funktion für Stück oder Album sich nicht wirklich erschließt.

Schade, ist das fünfte Album der Cloud Nothings doch ansonsten ein eigentlich gelungenes Zeugnis ihrer Vielseitigkeit: Wo der Opener „On An Edge“ von Anfang an eine Batterie Turbos zündet, konjugieren „Leave Him Now“, „Offer An End“ und „So Right So Clean“ die halbe Rockgeschichte der 90er von Pop-Punk über Indie bis Grunge durch, Baldi selbst changiert problemlos zwischen gequältem Gekrächze und eingängigen Harmonien à la Jimmy Eat World. Vielseitiger und doch bodenständiger bleiben im heutigen Rockgeschäft wenig Bands – bleibt abzuwarten, was der nächste Produzent herauskitzelt.

Jan Martens

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