Rezension
Clap Your Hands Say Yeah
Hysterical
Highlights: Princess // Witness' Dull Surprise // Ketmaine And Ecstasy
Genre: Indie-Pop // Pop-Rock
Sounds Like: The Killers // Tapes n‘ Tapes // The Strokes // Wolf Parade
VÖ: 09.09.2011
Was haben wir uns gefreut. Aus der Hiatus! Clap Your Hands Say Yeah meldeten sich zurück, kündigten ein neues Album an, nachdem 2007 und nach Veröffentlichung des zweiten Albums „Some Loud Thunder“ die große Zäsur erfolgte. Vielleicht wurde das Album zu Unrecht als schwächeres Zweitwerk einer Band angesehen, die mit ihrem selbstbetitelten Erstwerk ausnahmslos gute Kritiken erhielt und von der hippen Indie-Avantgarde für einen Moment gefeiert wurde. Vielleicht versanken Clap Your Hannds Say Yeah damals ja zu Unrecht wieder in der Senke. Immerhin zählt die Band namhafte Befürworter wie David Bowie oder David Byrne zu ihren Fans. Vielleicht war „Some Loud Thunder“ damals zu lo-fi, zu anders als der Vorgänger, zu wenig Pop? Wer weiß das schon und wen kümmert das schon. Mutig und eigenwillig war das Album aber allemal.
Erlösung naht und nach Jahren der Abstinenz eröffnet sich spontan die hysterische Hoffnung auf ein Happy-End, mit dem sich diese Band endlich der verdienten Lorbeeren bedient. „Hysterical“, so der schnöde Titel des Drittwerks, soll es nun richten. Und die Reaktion?
Nunja, ehrlicherweise stellt sich die Frage, ob man lachen oder weinen soll, in Anbetracht dessen, was „Hysterical“ offenbart: Pop, Pop, Pop und mit ihm lahmer Singsang und ein unerträgliches Geleier des geschätzten Sängers Alec Ounsworth. War das immer so? Nein! Clap Your Hands Say Yeah versuchen mit diesem Album, einen beständigen Kontrapunkt zum Zweitwerk zu setzen. Das gelingt auch, könnte man zynischerweise anmerken. „Hysterical“ geht gewissermaßen konform, schließlich beherrscht die Band durchaus das kleine Regelwerk eines schlichten Popsongs. Nur hat sie dieses vielleicht allzu sehr verinnerlicht und um zu viele bekannte Muster, Themen, Stimmungen ergänzt. „Maniac“ möchte vielleicht ein kleines bisschen verrückt klingen und ist dabei einfach nur ein wuseliger, dummer Streich von noch dümmeren Knaben, die der einen Liebe nachhecheln. Verrückt ist einzig und allein, dass diese Band imstande ist, einen solchen Song überhaupt zu schreiben, geschweige denn zu veröffentlichen. Und auch die Masche, jede Menge Streicher zur Stimmungsmache einzusetzen wie beispielsweise bei „In A Motel“, ziemlich altbacken und verbraucht. Außerdem strapaziert ab einem gewissen Punkt das ständige Reizen der Tränendrüse.
Gewiss, Clap Your Hands Say Yeah wollten mit diesem Album alles richtig machen und genau deswegen haben sie beinahe alles falsch gemacht. Beinahe deswegen, weil gegen Ende der Platte einige versöhnliche Töne angestimmt werden, die uns immerhin etwas daran erinnern, warum dieser Band durchaus Beachtung zukommen sollte. „Ketamine And Ecstasy“. Außerdem ist „The Witness‘ Dull Surprise“ der Song, den die Strokes schon lange nicht mehr zu schreiben vermögen und der zumindest in Ansätzen etwas von der monotonen Eindringlichkeit hat, mit der wir Clap Your Hands Say Yeah zu schätzen lernten.
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Rezension zu "Some Loud Thunder" (2007)
Rezension zu "Clap Your Hands Say Yeah" (2006)
Konzertbericht (2006)
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