Rezension

Beck

Hyperspace


Highlights: Everlasting Nothing // Stratosphere
Genre: Pop // Singer Songwriter
Sounds Like: Pharrell Williams

VÖ: 22.11.2019

Beck in "Hyperspace". Außerweltlich ist das neue Album für den US-Amerikaner tatsächlich, denn er dringt auf seinem neuen Werk in neue Klangwelten vor. Beck ist ja eigentlich bekannt dafür geworden, Genre-Konventionen zu durchbrechen und Elemente aus Folk, Rock, Country und Hip Hop zu vereinen oder klassisches Songwriting wie auf "Sea Change" und "Mourning Phase" zu betreiben. Auf "Hyperspace" geht er allerdings einen anderen Weg und kombiniert moderne Sounds mit den elektronischen Achtzigern.

Produziert hat das Ganze Pharrell Williams, der auch schon für Snoop Dogg, Gwen Stefani oder Ed Sheeran aktiv war. Ein guter Produzent sollte ja eigentlich die Stärken des Künstlers herausstellen, wie das beispielsweise Rick Rubin zu seinen besten Zeiten gemacht hat. Hier drückt aber eher der Mann am Mischpult, zumindest was die Instrumentierung angeht, dem Album seinen Stempel auf. Deutlich wird das beispielsweise in "Uneventful Days", was mit schrecklichem Autotune-Stimmenverzerrer aufwartet und dem hibbeligen "Saw Lightning", das sehr stark an die Solo-Sachen von Williams erinnert. Klar wirkt das alles sehr modern, radiotauglich und bemüht cool. Aber nach Beck klingt es nicht unbedingt.

Trotzdem gibt es auch einige Songs, die positiv auffallen. Das mäandernde „Stratosphere“ beispielsweise, in dem er davon singt „High As The Moon“ zu sein. Dies bezieht er nicht auf sich selber, sondern setzt sich kritisch mit der Heroinsucht auseinander, an die er schon einige Freunde verloren hat. Dass Becks Kumpel Chris Martin die Backing-Vocals beisteuert, passt dann aber wieder zum Gesamtbild der Produktion. Ein Höhepunkt bildet dann noch der Abschluss des Albums "Everlasting Nothing" mit seinen schönen Synthesizermelodien und dem fast schon gospelähnlichen Finale. Inhaltlich dominiert hier, wie auch auf dem Rest des Albums, eine eher traurige Stimmung: "Friends I've Known, Come And Gone / Like A soldier with no song / Still, I Try To Get Back Home / In The Everlasting Nothing".

Trotz der positiven Ausreißer gibt das neue Album des siebenfachen Grammy-Preisträgers eher Anlass mal wieder in die alten Alben wie "Odelay" oder "Modern Guilt" reinzuhören. Ist ja aber immerhin was.

Marcus Schmanteck

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Video zu "Uneventful Days"
Video zu "Everlasting Nothing"

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