Rezension

Arkells

Morning Report


Highlights: Drake's Dad // Private School // And Then Some
Genre: Indierock
Sounds Like: The Hold Steady // Phoenix // The Kooks

VÖ: 05.08.2016

Nee, das wird nichts. Halt, doch. Das war's nun aber. Uff, Glück gehabt. Jetzt aber! Oh, Gott sei Dank. Ungefähr so läuft es mit den Arkells: Die erste Vorabsingle eines Albums klingt merkwürdig, deutet so unausweichbare wie unspannende Richtungswechsel an – und dann können die Kanadier doch wieder abliefern. Siehe den Sommer-Indierock des zweiten Albums, siehe die Synthie-Spielereien des dritten – und siehe nun auch „Morning Report“.

Im Mai kam der Vorbote „A Little Rain (Song For Pete)“ noch etwas nichtssagend daher – mag auch daran liegen, dass dessen Sommerpop selbst dann mehr in die aktuelle Jahreszeit passt, wenn er nicht wie 2016 als Überschrift für die Wetterberichte genommen werden kann. Gleich in den ersten Tracks zeigen die Arkells aber erneut, wie sie es beherrschen, ihrem Sound immer wieder kleine Details oder Abänderungen zukommen zu lassen und dabei trotzdem wieder ins Schwarze zu treffen: Den Fast-Gospelchor im Refrain von „Drake's Dad“ gab es so noch nicht, ebenso wenig den Versuch, so sehr die Hymnentrommel zu rühren wie in „Private School“.

Jetzt war bei den Alben der Arkells noch nie jeder Song ein Überkracher – ist er auch auf „Morning Report“ nicht. Dass kanadische Fernsehsender „My Heart's Always Yours“ bereits nutzen, um Olympia-Berichterstattung zu untermalen, kann man auch beliebig als Lob oder Kritik des Songs werten. Eine gewisse Seltenheit ist es aber schon, wenn eine – im weitesten Sinne – Poprockband weiterhin die heilige Dreifaltigkeit aus Stilsicherheit, Qualität und Kreativität für sich pachtet. Das wünschen wir uns gerne noch zwei, drei Alben so weiter. Und versprochen: Dann sind wir auch nicht so vorschnell mit unseren Urteilen.

Jan Martens

Hören


"A Little Rain (A Song For Pete)" anhören
"Private School" anhören

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