Rezension

The Weeknd

Trilogy


Highlights: Lonely Star // Thursday // The Birds Part 1 // High For This // House Of Balloons – Glass Table Girls // XO/The Host // D.D.
Genre: R'n'B // Soul // Industrial // Hip Hop
Sounds Like: Burial // Nine Inch Nails // Frank Ocean // Drake // James Blake

VÖ: 09.11.2012

Hat irgendjemand den kometenhaften Aufstieg des Abel Tesfaye a.k.a. The Weeknd im Jahre 2011 nicht mitbekommen? Kann ja vorkommen. Wäre aber äußerst schade. Das dachte sich wohl auch der Künstler selber und veröffentlicht zum Weihnachtsgeschäft 2012 noch mal alle drei 2011 kostenlos veröffentlichten, oft als Mixtapes missverstandenen Alben als "Trilogy". Pures Marketingkalkül oder steckt doch mehr dahinter?

Auf der musikalischen Haben-Seite dieser Veröffentlichung stehen auf den ersten Blick drei Bonustracks. Wenn man sich jedoch die Zeit nimmt, das tolle Artwork in Ruhe zu begutachten und die drei Soloalben, die ja innerhalb kürzester Zeit hintereinander erschienen sind, mal als ein ganzes Kunstwerk anzuhören, ergibt diese Veröffentlichung durchaus Sinn. Von dem schon einzeln betrachtet großartig clubtauglichen "House Of Balloons" und dem düsteren Meisterwerk "Thursday" mal abgesehen, glänzt vor allem das im letzten Jahr leicht untergegangene, weil als Vorweihnachtsschnellschuss deklarierte "Echoes Of Silence", das im Gesamtkontext dieser Trilogie noch einmal mehr Beachtung geschenkt bekommt.

"Trilogy" ist dahingehend ein Manifest des neuen R'n'B, an dessen Speerspitze Abel Tesfaye gemeinsam mit Drake und Frank Ocean mutig voranschreitet. Düstere Beats, Texte vom Abgrund menschlicher Existenz, der sich zusammensetzt aus Drogenexzessen und harten Sexfantasien, rücken diese neue Entwicklung näher in Richtung Trip Hop und Industrial und beleben das Genre, das sich viel zu lange im seichten Panty- und Partyhimmel aufhielt.

Andreas Peters

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