Rezension

The Maccabees

Marks To Prove It


Highlights: Slow Sun // WW1 Portraits // Marks To Prove It
Genre: Indie // Post-Punk // Rock
Sounds Like: The Cure // Arcade Fire // Arctic Monkeys // Joy Division

VÖ: 31.07.2015

Bislang liefen das Londoner Quintett The Maccabees nicht gerade als Band von besonderem Belang. Ihre Alben waren zwar stets gut und hatten den einen oder anderen Hit, wie „Go“ vom letzten Werk, innovativ oder mit großem Wiedererkennungswert versehen waren sie jedoch nicht, eher eine Indieband von vielen. Dementsprechend schien auch klar, wohin die Reise von „Marks To Prove It“ gehen würde. Nun jedoch scheint es, als hätte man The Maccabees unterschätzt, denn ihr viertes Album ist ausgesprochen schön geworden und passt mittlerweile ideal zu dem Fakt, dass die Band auf dem Hauslabel von The Cure – Fiction Records – erscheint.

Schon in den ersten Takten wird klar, dass sich die Band vom fröhlichen Indiepop verabschiedet hat und ihre Vorbilder dieses Mal woanders sucht. Klar, England bleibt der Fixpunkt, nur sind es nun die 1980er. Die genannten The Cure (insbesondere der Track „WW1 Portraits“) , dazu Joy Division, Nick Cave, The Clash, aber auch Elbow, Arcade Fire (nicht zuletzt dadurch, dass Sänger Orlando Weeks streckenweise nach Win Butler klingt), Blur, die frühen Radiohead und die aktuellen Arctic Monkeys. Bleibt bei viel Namedropping zwischen diesen Legenden überhaupt Platz für eigenes? Ja. „Marks To Prove It“ ist clever ausgelotet, bewegt sich zwischen Gitarrenrock und Retrosound, zwischen härteren, schnellen Stücken wie dem titelgebenden Track und dem langsam vorantreibenden Bombast „River Song“ oder dem wunderschönen Klavier-trifft-Melancholie-Stück „Slow Sun“.

Es sind auf dem vierten Album weniger die Einzelstücke, die herausstechen, sondern das konstant hohe Niveau. „Silence“ ist ein wenig zu silent, ansonsten fügt sich hier ein Puzzle guter Stücke zusammen, die ein merkbares Konzept ergeben. Ob das schnelle „Spit It Out“ oder der mit Trompeten den Sonnenaufgang weisende „Dawn Chorus“, „Marks To Prove It“ ist in einem Guss gelungen.

Klaus Porst

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