Rezension

Silversun Pickups

Better Nature


Highlights: Latchkey Kids // The Wild Kind
Genre: Alternative Rock // Dark Wave
Sounds Like: Depeche Mode // Placebo // Sonic Youth

VÖ: 25.09.2015

 

Die Silversun Pickups: Eine Retrospektive in drei éclat-Rezensionen. 2007 „Carnavas“ und für den damaligen Kollegen Korbach die Rückkehr in die seligen Indie-90er. 2009 „Swoon“ als höchstatmosphärischer Soundtrack für Kollege Barnards Nachtspaziergänge, der 2012 mit „Neck Of The Woods“ noch formoffener mal zu fettem Rock, mal zu Dark Wave wird. Und 2015? Naja, 2015 erscheint mit „Better Nature“ das vierte Album der Band. Ja, das ist eine nüchterne Aussage.

Nun kann man immerhin nicht sagen, dass die Silversun Pickups nach ihrer „Singles Collection“ zum zehnjährigen Jubiläum stillstehen würden, auch wenn Songs wie „Bloody Mary“ von „Neck Of The Woods“ den Ton im wahrsten Sinne des Wortes bereits vorgaben: Album #4 ist nun mehr Synthesizer und Keyboards, mehr Dark Wave, mehr 80er und die Pickups immer mehr eine Band, die wohl doch lieber mal Depeche Mode als die Smashing Pumpkins supporten würde – und deren Publikum bereits mit den ersten drei Tracks von „Better Nature“ voll auf ihrer Seite hätte.

Daran ist per se nichts auszusetzen, wenn die Pickups dies so sehr auf den Punkt bringen wie „Latchkey Kids“, das sogar ein verdächtig nach Alphaville klingendes Intro verkraftet – nur war Kürze eben noch nie die Stärke einer Band, die auf besagtem „Latchkey Kids“ eben auch zum bislang erst zweiten Mal in ihrer Albengeschichte vor der Vier-Minuten-Marke die Bremse gezogen hat. Dies klappte aber auch nur solange, wie Keyboards die Atmosphäre und nicht die Essenz der Songs aufgetragen wurde, was auf „Better Nature“ immer wieder passiert. So sind die zehn Tracks des Albums zwar im Großen und Ganzen mitnichten länger als die Songs der Vorgänger – sie wirken aber so. So ist auch das vierte Album der Silversun Pickups im Großen und Ganzen nicht schlecht – viel markantere Prädikate als die Ordinalzahl werden ihm aber wohl auf Dauer nicht anhängen können. Bleibt zu hoffen, dass das nächste Album mehr wird als nur eine Nummer 5.

Jan Martens

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