Rezension

Moby

Innocents


Highlights: Everything That Rises // A Case For Shame
Genre: Ambient // Lounge // Trip-Hop
Sounds Like: Portishead // Goldfrapp // Trentemoller // Massive Attack

VÖ: 27.09.2013

So ganz unschuldig schauen sie ja nicht drein, die Personen auf dem Cover zu „Innocents“, Mobys mittlerweile elftem Studioalbum. Mit Tier- und Horrormasken bestückt stehen weiß gekleidete Damen und Herren über dem Betrachter – als schauten sie in ein offenes Grab. Einige Bilder im Inlay ähneln zudem sogenannten „Mugshots“. Klingt ganz schön düster, wohin ist Moby denn nun wieder abgedriftet, mag man sich da fragen.

Nach den ersten Sekunden von „Everything That Rises“ zeigt sich allerdings: nirgendwo hin, wo Moby nicht sowieso schon war. Flächige Ambientkeyboards, durchwandert von einem markanten Pendelbeat. Alles in entspannter Geschwindigkeit und Lautstärke. „A Case For Shame“ setzt noch einen drauf – Klavierspiel nach Portisheadmuster und Frauenstimme inklusive. Schön und sanft natürlich, passend zum loungehaften Synthesizer. Diesen Stil behält „Innocents“ größtenteils bei.

Lediglich das Abwechseln diverser Gastsänger von Wayne Coyne über Damian Jurado bis zum Dauermiesepeter Mark Lanegan hindert „Innocents“ daran, sich in die Reihe von Mobys Hotelalben einzureihen – ruhige Sounds, die niemandem wehtun, die man während des Essens in den immer gleichen Räumen und Lobbies durchgestylter Beton- und Glasarchitektur hören kann. Mit „The Perfect Life“ etwa, das mit Unterstützung von Wayne Coyne und einem Gospelchor daherkommt, kann jeder Motivationstrainer sein Seminar beginnen – und zu „A Long Time“ smooth im Cabrio nach Hause fahren. Mobys vertonte Welt scheint in Ordnung, wirkt jedoch manchmal etwas kalt und zu durchgeplant. Wenn man jedoch Musik für genau solche Anlässe sucht, bietet „Innocents“ den passenden Rahmen – merkwürdige Covergestalten hin oder her.

Klaus Porst

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Link zum Albumstream
innocents.moby.com

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