Rezension

Lord Huron

Strange Trails


Highlights: Way Out There // Love Like Ghosts // The World Ender
Genre: Folk-Pop
Sounds Like: Fleet Foxes // Travis // The Milk Carton Kids // Beach Boys

VÖ: 03.04.2015

Wollten Lord Huron mit ihrem Albumtitel „Strange Trails“ Verwirrung stiften? Man könnte annehmen, dass hier sonderbare Pfade eingeschlagen werden oder einem Eigenartiges begegnet. Dabei ist auf dem zweiten Album der Amerikaner eigentlich alles ziemlich geradlinig.

Bei der Instrumentierung etwa wird kein Schnickschnack veranstaltet. Die 14 Stücke der Platte bestehen aus Gitarren, Percussions und Bass, ab und an wird das Ganze mit ein paar Kleinigkeiten garniert. Bandkopf Ben Schneider legt außerdem stimmlich vor und seine Mannen springen ihm zur Seite, sodass durchaus strukturelle Tiefen erreicht werden können – aber keine Überraschungen. So werden hier, recht bandtypisch, einfache Singer-Songwriter-Stücke geliefert, die durch chorale Mehrstimmigkeit hin und wieder Richtung Fleet Foxes schielen oder am Rande auch mal an The Milk Carton Kids erinnern.

Ob nun der Opener „Love Like Ghosts“ mit der berechtigten Ansage „If you’re leaving I got to know why!“ oder das dramatischere „The World Ender“ verspricht „Baby, I’m coming for you ... run for your life!“: die Jungs aus L.A. bleiben konsequent bei der von ihnen eingeschlagenen Richtung. Strukturiert wirkt die Platte dadurch und organisch. Somit bescheren sie uns kleine, hübsche Popsongs – nicht mehr und nicht weniger.

Vielleicht, so könnte man denken, meinen Lord Huron den Titel ihres Albums auch einfach als große Unbekannte. Titel nämlich wie „Way Out There“ oder das abschließende „The Night We Met“ erzählen von der Unmöglichkeit zu entkommen, klagen über den Zwang, Geliebte hinter sich lassen zu müssen, und fragen sich, wohin sie ihre Pfade führen können und ob sie jemals die richtigen Wege finden werden. Damit thematisieren sie Unsicherheiten, die einem durchaus bekannt vorkommen: Wer weiß denn bitte schon genau, wo die Reise hingeht?

Silvia Silko

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