Rezension

Jan Delay

Hammer & Michel


Highlights: Action // Sie Kann Nicht Tanzen
Genre: "Ham"-Rock
Sounds Like: Your least favorite rock bands

VÖ: 11.04.2014

Wir leben in einer Welt, die ständig nach Innovation strebt. In der Gleichheit oftmals mit Langeweile gleichgesetzt wird. In der nur ein feiner Grat zwischen Herzrasen und Schnelllebigkeit besteht. In dieser Welt ist Jan Delays „Hammer & Michel“ der kalte Waschlappen im Gesicht, der uns weckt und mit kühler Bestimmtheit anregt, das Ganze vielleicht nochmal zu überdenken.

Eigentlich ist Jan Delay immer noch der Alte. Die üblichen Wortspiele in üblicher Manier vorgetragen. Wir lachen über „Dicke Kinder“ und Frauen, die nicht tanzen können, mit diesen Harmonien und Melodien, die uns schon in so manchen unbeobachteten Momenten zum Schunkeln und Mitsingen gebracht haben. Stichwort: „Auf St. Pauli Brennt Noch Licht“ – beinahe überschreiten wir hier die Grenze zum Schlager. Doch lässt man uns ganz deutlich verstehen: Es handelt sich hierbei um Rock. Zumindest für Jan Delay.

Leider wirkt dieser plötzliche Wandel ungemein angestrengt, fast schon erzwungen. Reggae und Funk werden kurzerhand für tot erklärt und Disko No. 1, Delays stetige musikalische Begleiter, in viel zu enge musikalische Sparten gesteckt. Selbstverständlich immer in der Hoffnung, etwas Neues entstehen zu lassen. Vergessen werden hierbei scheinbar zwei Dinge: Rock ist nicht neu und verzerrte Gitarren machen noch lange keinen Rock.

Einziges Ergebnis der neuen Klänge? Eine unglaublich synthetische Soundästhetik, besonders in der Rhythmussektion, die oft der Beschreibung „Garage Band-esque“ am nächsten kommt, sowie weiter der Gedanke daran, was hätte daraus werden können und ein leises, enttäuschtes „Schade“.

Jonas Gödde

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