Rezension

Isobel Campbell & Mark Lanegan

Ballad Of The Broken Seas


Highlights: The False Husband
Genre: Ringelpiez ohne Anfassen
Sounds Like: Wild growing roses - bloß schlechter

VÖ: 27.01.2006

Die Schöne und das Biest. Dieter und Naddel. Bud und Terence. Siegfried und Roy. Pittiplatsch und Schnatterinchen. Adolf und Eva. Faust und Mephisto. Tarzan und Jane. Harold und Maude. Robinson und Freitag. Mario und Peach. Link und Zelda. Hänsel und Gretel. Erkan und Stefan. Rotkäppchen und der Wolf.

In der westlichen Kulturgeschichte wimmelt es nur so von tollen Paaren, die es in die Geschichte geschafft haben. Das wohl bekannteste Liebesduo stammt aus einer italienischen Stadt in England. Isobell und Mark werden in dieser glorreichen Liste, die auch mit der Homosexualität keine Berührungsängste kennt, wohl keinen Platz finden. Selbst schuld.

Die Scheinehe gilt strafrechtlich allgemein als nicht legitim und wird als solche auch verfolgt. Das ist gut so. Schotten und Amerikaner, was soll das? Solches Aufeinandertreffen gibt es vielleicht beim Curling, aber nicht in der Musik. Isobell und Mark zeigen uns uneindrucksvoll das Gegenteil. Isobel Campbell, das war mal sowas wie die weibliche Frontsau bei Belle & Sebastian (noch so ein tolles Paar) und Mark Lanegan ist der Typ, von dem eigentlich keiner weiß, was er damals bei den Queens Of The Stone Age genau gemacht hat, außer Nick und Josh (Traumpaar) bei der Arbeit zuzuschauen.

Nun denn. Ich erinnere mich zurück: Bubblegum. Mark macht ein Soloalbum und nebenbei noch PJ klar. Das hatte Stil, Klasse, Biss und Rock'n Roll. Und war nebenbei auch noch verdammt sexy. Aber wieso diese Campbell!? Deren Gesang klingt ungefähr wie der Atem dieser blonden Deutschquoten-Tussi, die ja nur spielen will. Der Mark will glaub ich auch nur spielen. Aber viel lieber Doktor, als Musiker. Lieber Mark, ich will dir ja nicht verbieten, scharfe Mädels von der Insel fit zu machen, aber die Isobell, die ist doch nichts für dich. Was seid ihr bitte überhaupt für ein Paar? Bei PJ, da konnte man die sprühenden Funken förmlich hören, mit Isobell kannst du höchstens Topf schlagen und Mikado spielen. Die Frau hat doch nichts. Ich fand aber auch schon Belle & Sebastian langweilig muss ich dazu sagen. Und Mark, gib es zu, die ist so prüde, die lässt dich doch eh nicht ran.

Und dann wird plötzlich alles wieder differenzierter. Ich will euch beiden Turteltäubchen ja nicht absprechen süß und alles zu sein. Und ihr wisst auch voll wie man mit Gegensatz und so kokettiert. Hui, hat der eine dunkle rauhe Stimme, hui, was säuselt das Mädel, was für ein schicker Kontrast. So liest man das jedenfalls in jedem x-beliebigen Käseblatt, aber wie ausgelutscht dieses Schema F ist und wie unfunktionierend bei euch, nun ja. Da seid ihr aber auch selbst schuld. Wieso habt ihr nicht mehr Songs in der Klasse eines The False Husband aufgenommen, frag ich euch. Dann wäre euch auch ein Platz in meiner glorreichen Liste sicher gewesen. Direkt zwischen Adolf & Eva und Pittiplatsch & Schnatterinchen.

Konstantin Kasakov

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