Rezension

Glass Animals

Zaba


Highlights: Pools // Gooey // Hazey
Genre: Indie-Pop
Sounds Like: Wild Beasts // Alt-J // Vampire Weekend // Animal Collective

VÖ: 06.06.2014

Paul Epworth hat schon so ziemlich alles produziert, was im (Indie-)Pop-Bereich Rang und Namen hat. Babyshambles, Bloc Party, Maximo Park, Adele, Florence And The Machine, Coldplay... Keine Frage, der Mann ist eine Hausnummer. Natürlich darf man sich dann auch ein wenig darauf einbilden, als erste Band auf dessen neuem Label Wolf Tone gesignt zu werden. Den Glass Animals aus Oxford gebührt diese Ehre, wobei sich die Band wahrscheinlich immer noch überrascht die Augen reibt, wie schnell es aus dem Uni-Hörsaal auf die Liste eines der Top-Produzenten ging.

Bis vor kurzem werkelte Sänger und Songwriter Dave Baley nämlich noch alleine in schlaflosen Nächten während des Studiums am Laptop mit allerhand Sounds herum. Einen Song namens „Golden Antlers“ hatte er den drei besten Freunden zur Überarbeitung geschickt, den Track ins Netz gestellt und schon standen Manager, Labels, Booking-Agenturen und ebenjener Paul Epworth auf der Matte. Klingt ziemlich abenteuerlich, aber so läuft der Hase in der Musiknetzwelt – verdammt schnell.

Apropos Hase: Die Tier- und Pflanzenwelt spielt auf „Zaba“ eine zentrale Rolle. Entliehen ist der Titel William Steigs Kinderbuch „The Zabajaba Jungle“, in dem ein Junge namens Leonard durch eine mysteriöse Fantasiewelt streift. Auch wenn die Glass Animals das thematisch in den Lyrics noch auf einen etwas ernsteren Nenner bringen (es geht um den menschlichen Einfluss auf die Natur), so trifft der Sound der Band die zugrunde liegende Literatur ziemlich gut. Ein exotischer Touch umgibt den Indie-Pop auf „Zaba“. Viele Percussion-Elemente oder pluckernde und sphärische Elektro-Samples umgeben die Songs. Eine durchaus stimmige Entdeckungsreise klingt da durch die Lautsprecher.

Musikalisch gibt es nur leider relativ wenig zu entdecken. Zwar sind Tracks wie „Pools“, „Gooey“ oder „Hazey“ durchaus cool und unverzichtbar für diesen Sommer. Allerdings hat man das alles auf Albumlänge einfach auch schon mal besser und zwingender gehört. Besonders Alt-J und die Wild Beasts lassen grüßen. Es fehlt so ein wenig das Alleinstellungsmerkmal. Vielleicht braucht man das aber auch nicht immer zwangsweise und es reicht schon ein kleiner Ausflug in eine bunte Welt des Pops. Gute Reise!

Benjamin Köhler

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"Pools" im Stream
"Gooey" im Stream

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