Rezension

Get Well Soon

The Scarlet Beast O'Seven Heads – La Bestia Scarlatta Con Sette Teste


Highlights: Prologue // Roland, I Feel You
Genre: Sakraler, perfekt arrangierter Orchester-Pop
Sounds Like: Arcade Fire // Beirut // Dear Reader // Gisbert zu Knyphausen

VÖ: 24.08.2012

Der Märchenerzähler Konstantin Gropper ist wieder da und zeigt sich mit seinem aktuellen Album "The Scarlet Beast O'Seven Heads" mal wieder als schauriger Graf der einfallsreichen Popmusik. Was bringt das scharlachrote Biest mit den sieben Köpfen mit sich? Definitiv so viele Überraschungen, wie sieben Köpfe Ideen haben können. Allerdings müssen die sich im Endeffekt doch auf einen einzigen Körper besinnen und in die gleiche Richtung gehen, und das ist die alt gewohnte. Mit anderen Worten: Im Prinzip hat sich zu den beiden Vorgängern "Rest Now, Weary Head! You Will Get Well Soon" und dem für Gropper außergewöhnlich kurz betitelten "Vexations" nicht viel getan. Die Lieder sind einfallsreich und vielfältig wie eh und je instrumentiert, jedes verkörpert unterschiedliche Stimmungen und erzählt seine eigene Geschichte.

An vielen Stellen scheint auch beim neuesten Werk wieder Groppers Hang zum Morbiden durch, auch wenn er verkündet hatte, kein Album über den Weltuntergang schreiben zu wollen. Mit dem Titel "Let Me Check My Mayan Calendar" packt Gropper dann aber doch einen feinen, sarkastischen Weltuntergangssong unter die auch sonst nicht gerade vor Fröhlichkeit strotzenden übrigen Titel. Natürlich ist all das, was man zu hören bekommt, bis in die letzte Sechzehntelnote perfektioniert und ausgefeilt. Man kann quasi keinen Makel erkennen. Aber genau das ist der Grund, warum man einem Album von Get Well Soon wahrscheinlich nie die volle Punktzahl geben würde – jedenfalls nicht, wenn es auch nach Sympathiewerten geht. Man vermisst geradezu das Ungewöhnliche, Unpassende, Unerwartete und auch das Unprofessionelle.

Nichtsdestotrotz sollte man sich, spätestens wenn es auf die Weihnachtszeit zu geht, dieses hübsche Stück Musik nochmals vornehmen, um die festlichen Tage auch musikalisch festlich zu unterstreichen.

Marlena Julia Dorniak

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Spektakulärer Kurzfilm zu "Roland, I Feel You"

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