Rezension

Foo Fighters

Concrete And Gold


Highlights: Run // Sunday Rain // Dirty Water
Genre: Rock // Pop // Blues
Sounds Like: Qotsa // Soundgarden // Biffy Clyro

VÖ: 15.09.2017

Dave Grohl wollte mit „Concrete & Gold“ das Foo-Fighters-Album mit dem fettesten Sound aller Zeiten machen. „Eine Motörhead-Version von 'Sgt. Pepper'“, heißt es im Pressetext weiter. Klingt nach einem schwer zu realisierenden Vorhaben, welches dann auch tatsächlich an seinen eigenen Vorgaben scheitert – zum Teil.

Zugegeben, es gibt nicht mehr viele neue Herausforderungen, welche die Foo Fighters nicht schon gemeistert hätten. Die obligatorische Akustik-Platte „In Your Honor“ war schon dabei, die großartige Garagen-Platte „Wasting Light“ und zuletzt der Rundgang durch die amerikanische Studiolandschaft „Sonic Higways“. Der Ansatz für „Concrete & Gold“ war es, eine Platte mit einem Produzenten aufzunehmen, der zuvor noch keine Rock-Platte produziert hatte, mit einer Band, die noch nie mit einem Pop-Produzenten gearbeitet hat. Für dieses Unterfangen wurde dann Greg Kirsten vor die Regler gezerrt, der sich schon für Arbeiten mit Adele und Lady Gaga verantwortlich zeigte.

Leider begraben die Foo Fighters diesen experimentellen Ansatz bereits im kurzen Opener „T-Shirt“ unter der obligatorischen Gitarrenlawine. „Run“ lässt mit seinem Geschrei dann kurz die Hoffnung auf ein zweites „Wasting Light“ aufkeimen, welche dann aber vom nächsten Song, dem nach einer misslungenen Kopie von „White Limo“ klingenden „La Dee Da“, wieder im Keime erstickt wird. „Dirty Water“ beginnt als ungewohnt, aber eingängig fluffige Akustiknummer, bis die Gitarren, dieses Mal flankiert von brummenden Synthies, dem Song keine Chance lassen. Im reduzierten „Happy Ever After“ hat Grohl dann anschließend tatsächlich noch seinen „Blackbird“-Beatles-Moment und passenderweise sitzt im folgenden „Sunday Rain“ eben dann auch Sir Paul McCartney hinter den Drums.

„Concrete & Gold“ ist vielleicht wirklich die am fettesten produzierte Foo-Fighters-Platte und wird den Stadionrock-Freunden viel Freude bereiten. Nur leider walzen genau diese Stadionrock-Gitarren die schönen experimentellen Ansätze gnadenlos über. Und wer sagt eigentlich, dass man sich nicht wiederholen darf? Vielleicht darf es doch nochmal die Garage sein.

Sönke Holsten

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