Rezension

Foo Fighters

Echoes, Silence, Patience And Grace


Highlights: Summer's End // Erase/Replace // Cheer Up Boys, Your MakeUp is Running
Genre: Rock
Sounds Like: Pearl Jam // Jimmy Eat World // Feeder

VÖ: 21.09.2007

Dave Grohl ist ein Tausendsassa. Da spielte er einst in einer der bedeutendsten Rockbands der 90er-Jahre, ohne wirklich aufzufallen, schließlich konzentrierte sich die Welt fast einzig und allein auf Sänger Kurt Cobain, und nun sprechen alle, wenn sie über die Foo Fighters reden, nur von ihm. Die Namen der restlichen Bandmitglieder aufzuzählen, wäre wohl die Millionenfrage bei Günther Jauch.

Er hat aber auch schon einiges gemacht, der Dave. Nachdem Cobain tot in einem Schuppen aufgefunden wurde, folgte schon bald das Debütalbum der Foo Fighters, ständig lag er mit Courtney Love im Clinch - aus dieser Zeit stammt wohl das schönste Zitat Grohls, nämlich die Antwort auf die Frage, welcher Hole-Song sein liebster sei: "Natürlich "Teenage Whore". Das ist der einzige, bei dem ich mir sicher bin, dass sie (Love) ihn selbst geschrieben hat." 2002 trommelte er bei den Queens Of The Stone Age für deren "Songs For The Deaf", hinzu kam manch weiterer Gastauftritt auf Alben renommierter Künstler wie Garbage und den Nine Inch Nails. Ach ja, und den Teufel spielte er auch, in den Clips von Tenacious D und deren Kinofilm "Kings Of Rock".

Grohl ist ein Arbeitstier und so liegt nach dem 2005er Doppelalbum "In Your Honor" und der im letzten Jahr erschienenen Live-Platte "Skin And Bones" nun das sechste Studiowerk der Foo Fighters vor, "Echoes, Silence, Patience And Grace". Die erste Single "The Pretender" ist, wie eigentlich alle ersten Singleauskopplungen der Band, ein Kracher. Ein leiser Anfang, Drums, ab geht die Post. Die berechtigte Frage, die nun bleibt: Hält das Album was die Single verspricht?

Zumindest zum Großteil. "Let It Die", mit Ex-Foo-Fighter Pat Smear an der Gitarre, klingt zwar die ersten 2 bis 3 Minuten nach ner netten Ballade, explodiert dann aber zum Ende, fast schon ein Markenzeichen der Gruppe. Nur mit Gitarre und Gesang kommt "Stranger Things Have Happened" aus, etwas fad, etwas lang, aber was solls, danach wird es wieder laut. "Cheer Up Boys, Your MakeUp Is Running" weckt gnadenlos, gehört mit "Erase/Replace" und "Summer's End" zu den besten Stücken der Platte. Zwischendurch gibt es auch noch ein irgendwie deplatziertes Instrumentalstück ("Ballad Of The Beaconfield Miners"), "Statues" erinnert an die Beatles, "But Honestly" fängt mal wieder erst nach der Hälfte an zu rocken und zum Abschluss wird eine richtige Ballade geliefert, mit Piano und Schwelgen und dem passenden Klischeetitel "Home". Grohl, der Profi. Etwas schade: Den eigentlich besten Song "Once And For All" gibt es nur digital bei iTunes.

Die Foo Fighters haben sich auf "Echoes, Silence, Patience And Grace" nicht neu erfunden, was aber für Fans nicht weiter tragisch ist. Solider Rock, der denen gefallen wird, die der Band schon seit eh und je treu sind - und weiterhin nichts für alle, die sich wünschen, Grohl hätte seine Drumsticks nie gegen Mikrofon und Gitarre eingetauscht. Übrigens, die drei anderen Foo Fighters heißen Chris Shiflett, Taylor Hawkins und Nate Mendel. Spart euch also einen Joker und schickt eine Gewinnbeteiligung an Helga. Danke.

Martin Korbach

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