Rezension

Depeche Mode

Delta Machine


Highlights: Secret To The End // Alone
Genre: Elektropop
Sounds Like: Hurts // U.N.K.L.E // Dave Gahan // Martin Gore

VÖ: 22.03.2013

2013 ohne Depeche Mode? Undenkbar. Schließlich sind schon wieder vier Jahre vergangen seit „Sounds Of The Universe“ erschien und wenn man die letzten zwei Dekaden Bandgeschichte verfolgt, heißt es immer in diesem Rhythmus: Ein neues Album steht an. „Delta Machine“ heißt das Werk und zeigt die Band auf der Höhe der Zeit – als Produzent konnte niemand geringerer als Skrillex verpflichtet werden, der den Elektropop der Band etwas schneller und basslastiger gestalten soll. Wer jetzt als Depeche Mode Fan auch kurz vorm Herzstillstand stand: Das ist natürlich Quatsch, es bleibt alles beim Alten. Depeche Mode klingen auf „Delta Machine“ wie Depeche Mode immer klingen, auch wenn sich der Sound im Laufe der Jahrzehnte stetig weiterentwickelt hat.

Dave Gahan lädt in „Welcome To My World” förmlich ein, die Welt der Band kennen zu lernen: „step right through the door // leave your tranquilizers at home…”, als wäre noch unbekannt, was den Hörer hinter der Tür erwartet. Erstaunlich, dass es der Band trotz der instrumentalen Limitierung immer gelingt, noch neue Soundkonstruktionen zu finden, die zum einen nach neuem Material klingen, auf der anderen Seite jedoch perfekt in die Diskografie der Band passen. Es ist wohl die größte Leistung der Band, auch nach drei Dekaden für eine so große Zielgruppe halbwegs am Zeitgeist zu bleiben und immer noch Hits wie „Secret To The End“ und „Alone“ aus dem Ärmel zu schütteln.

An einigen Stellen jedoch erreicht der Selbstbezug schon fast groteske Ausmaße. „Broken“ kopiert nahezu eins zu eins den Hit „A Question Of Time“ und „Soft Touch / New Nerve“ ist gar eine Reise bis in die Anfangstage der Band. „Delta Machine“ hebt sich an diesem Punkt auch von den Vorgängern „Sounds Of The Universe“ und „Playing The Angel“ ab. Deren kalter, aber vor allem langsamer Sound, bei dem jeder Taktschlag präzise saß und jeder gesungene Ton seinen festen Platz hatte, zeigte, wie man als Elektroband in Würde altern kann. „Delta Machine“ kann sich hingegen nicht entscheiden: Will es ein Album auf diesem Niveau sein und Kopien wie Hurts noch einmal zeigen, wer der eigentliche Chef im Ring ist, oder aber doch in Erinnerungen schwelgen und einige große Hits ein zweites Mal herausbringen? Eines ist „Delta Machine“ allerdings: ein inhaltlich rundes Album. Denn nachdem „Welcome To My World“ der Einstieg war, heißt es zum Ende „I’ll be waiting up there // with my fate in the air for you – goodbye“.

Klaus Porst

Sehen


Video zu "Soothe My Soul"
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