Rezension

Built To Spill

There Is No Enemy


Highlights: Hindsight // Good Ol' Boredom // Planting Seeds
Genre: Indie-Rock
Sounds Like: Weakerthans // Pavement // Death Cab For Cutie

VÖ: 12.02.2010

Zunächst zwei Fragen: Warum sind Built To Spill hierzulande nicht größer und warum in Gottes Namen dauerte es so lange bis diese Platte auch einen Vertrieb in Deutschland fand? Auch nur der Versuch, diese Fragen zu beantworten, löst bei mir Kopfschmerzen und noch mehr Unverständnis aus.

Built To Spill machen seit Jahren alles richtig und (vor allem) vor, was andere Indiekapellen in Europa in bares Geld umsetzen. Dabei beweist 'There Is No Enemy' erneut, dass extrem tiefgreifendes Feel-Good-Potenzial in den Songs der Band steckt.

Wie schon in 'Keep It Like A Secret' steckt in dieser Platte jene Musik, die du dir vor dem Ausgehen auf den iPod oder einen anderen hochkarätigen MP3-Player lädst und die du auch auf dem Heimweg wieder anstellst. Der Himmel ist klar, die Luft frühlingsfrisch und die zuvor getrunkenen Biere verbrüdern sich mit der Melancholie und erinnern sich gemeinsam an damals – an 1999 oder auch 2002. Musik mit Erinnerungen verbunden zu wissen ist nichts Neues, doch Songs wie diese hier scheinen dafür geschrieben worden zu sein, durch Erinnerungen zu leben und mit der Realität eng verknüpft zu sein.

Hier und da klingt die staubige, trockene Referenz an Neil Young durch das Feedback und die Schrammelgitarren, die zeitweise die größten Melodien unterlegen, die der Indie-Rock je hervorzubringen imstande gewesen ist. Man kann schwerlich behaupten, Built To Spill klängen modernistisch. Eher klingt ihre zwischen Prog, Americana und Indierock changierende Musik wie eine Kopie Death Cab For Cuties oder der Weakerthans. Doch, liebe Leute, wenn wir schon eine solche Kategorie, nämlich die der Kopie oder Referenz, öffnen, müssen wir Built To Spill attestieren, das Original zu sein. Was mich zu meinen Ausgangsfragen zurückbringt!

Andreas Peters

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