Rezension

Bersarin Quartett

III


Highlights: -
Genre: Ambient // Drone // Instrumental
Sounds Like: Bohren & der Club Of Gore // Mogwai // Nils Frahm

VÖ: 06.11.2015

Der Herbst ist wieder da. Mitsamt Blätterrauschen, wechselhaften Tagen und aufsteigender Melancholie. Noch warm genug, sodass man noch ein paar Tage draußen mitnehmen kann, aber die Kälte bahnt sich bereits an. Soundtracks dafür gibt es viele, „III“ von Bersarin Quartett ist der neueste. Musik zum „Nicht-da-Sein“. Zwölf bedeutungsschwangere Titel zu instrumentalen Kompositionen, wie „Verflossen Ist Das Gold Der Tage“, „Sanft Verblassen Die Geschichten“, „Schwarzer Regen Fällt“ oder „Staub Und Sterne“. Dies sind nur ein paar Namen als Aufzählung, da auf „III“ weder Titelbenennung noch -kenntnis groß Sinn macht. Denn dieses Album ist stärker noch als die Vorgänger ein so reduzierter Fluss an Tönen, dass jedes Spulen an eine beliebige Stelle nicht aus dem Hörkontext reißt. Die Stücke erinnern dabei entfernt an Bohren & Der Club Of Gore, deren extreme Düsternis aber durch die Keyboardflächen verhindert wird.

Was der Künstler hinter Bersarin Quartett hier abliefert, ist durchgängiges Kopfhörerrauschen. Keyboardflächen, gestrichenes, statt geschlagenes Schlagzeug, Andeutungen von Streichern. „III“ ist die Musik, die man hören kann, wenn man keine Musik hören, sondern die Umwelt ausblenden möchte. Es ist genau über dem Geräuschpegel, der uns in der Stadt umgibt, strahlt allerdings selbst zu wenig eigene Intensität aus, als dass man sich damit beschäftigen müsste. Man kann wunderbar dabei die Gedanken schweifen lassen, denn Bersarin Quartett hüllt einen in eine gemütlich warme, aber eben auch dunkel angehauchte Stimmung. Bei einem solchen durchgängig monotonen und seichten Album laufen die Künstler natürlich immer in Gefahr, zu sehr in Gefilde abzugleiten, die langatmig und langweilig wirken. Bersarin Quartett gelingt es allerdings, hier ganz stimmungsspezifische Soundlandschaften zu erzeugen, die ein bestimmtes Gefühl, ja eine bestimmte Zeit des Jahres bedienen – und so funktionieren.

Klaus Porst

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