Rezension

Angel Olsen

All Mirrors


Highlights: Lark / New Love Cassette // Summer
Genre: Singer-Songwriter // Pop
Sounds Like: Cate Le Bon // Sharon Van Etten // Courtney Barnett

VÖ: 04.10.2019

Angel Olsen ist Kritiker- und Fanliebling – nicht zuletzt dank ihrer drei bisher veröffentlichten Langspieler. Was man von ihr bisher noch nicht kannte ist: die große Geste. Diese holt Olsen auf “All Mirrors” nun nach.

Das Album hat mit “Lark” den Opener, den es verdient. Langsam baut sich dieser über sechsminütige Liebessong auf und bevor er im streichergetriebenen Pop-Bombast endet, hält Olsen noch fest: “There is still so much left to recover”. Starker Tobak, den es erstmal zu toppen gilt, doch der Rest des Albums muss sich nicht verstecken. Als eigentlich reines Singer-Songwriter-Album geplant, sind es gerade die Synthesizer und Streicher und der Bombast, die “All Mirrors” tragen. Bombast ist dabei auch das größte Delta dieses Albums. Denn inmitten all der zerbrechlichen Narrative Olsens entwickelt sich ein Soundgewitter, das die Nuancen der Emotionen bereits im Keim erstickt.

Die Perfektion steht auf “All Mirrors” im Vordergrund und sie ist das einzige und größte Problem. Olsen lebte bisher sehr von ihrer Fragilität und den kleinen Nuancen. “All Mirrors” nimmt diese Erfolgsfomel und übersetzt sie in Pop-Bombast. Eine interessante Entwicklung, die Lust auf mehr macht.

Andreas Peters

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