Rezension

Amplifier

The Astronaut Dismantles HAL


Highlights: Continuum // Live Human
Genre: Neoprog
Sounds Like: Oceansize // Cave In // Dredg

VÖ: 14.10.2005

Ok, Amplifier wurden in unseren letztjährigen Jahrescharts wohl etwas zuviel Bedeutung beigemessen. Das ändert jedoch nichts an der Tatsache, dass es sich hier um eine der aufregendsten Bands im Neoprog Genre handelt! Was die drei Mannen um Sänger Sel Belamir da für Walls of Sound auffahren ist schon beeindruckend. Um die Zeit bis zum zweiten Album zu überbrücken soll nun diese EP abhelfen. Eine kleine Hommage an den Film „2001: Odyssee im Weltraum“ hat man sich mit dem Titel „The Astronaut Dismantles HAL“ auch erlaubt.

Musikalisch geht man in den 40! Minuten Spielzeit wieder voll aufs Ganze. Effektgeladen und den Volume Regler auf Maximum walzen die Gitarrenlinien alles weg, während sich die Drums bemühen da noch zu Wort zu kommen. Zwischendrin immer wieder atmosphärischen Ruheinseln, die nur kurz Zeit zum Durchschnaufen geben, bevor es wieder richtig losgeht. Songs wie „Continuum“, „Live Human“ oder die Single „Everyday Combat“ hätten deshalb auch ohne aufzufallen auf das Debütalbum gepasst und dort drei Lückenfüller verdrängen können.

Amplifier versuchen aber nichtsdestotrotz auch neue Weg zu bestreiten. So gibt es mit „Into The Space Age“ einen ungewöhnlich beatlastigen Song. Leider gerät dieses Konzept nicht sonderlich glücklich, da bei einer Spielzeit von fünf Minuten doch recht schnell die Luft raus ist. Besser gelungen ist da das balladenhafte „For Marcia“. Eine leichte Steigerung hält das Lied auf Dauer spannend und sorgt für angenehme Abwechslung. Für die kommende Platte haben Amplifier kürzere und simplere Songs angekündigt. Angesichts dieser EP nicht wirklich verständlich und hoffentlich nur eine vorübergehende Idee.

Benjamin Köhler

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