Rezension

AaRON

We Cut The Night


Highlights: Onassis // We Cut The Night
Genre: Pop
Sounds Like: Depeche Mode // Editors // Coldplay // Archive

VÖ: 19.02.2016

So einige Erfolge konnten „Artificial Animals Riding On Neverland“, kurz AaRON in ihrer französischen Heimat sowie Belgien und der Schweiz vorweisen. Bis hierzulande hat sie die Erfolgswelle noch nicht geschwappt, dabei tut das modelnde Duo alles dafür, international Gehör zu finden. Englische Texte – für französische Bands eher die Ausnahme als die Regel – und völlig glatt polierter Pop fürs Radio dazu. Simon Buret und Olivier Coursier klingen, als hätte man Coldplay zusammen mit Depeche Mode und Archive in ein Studio gesperrt und ein Album aufnehmen lassen. Also quasi wie Hurts, nur dass AaRON bei all dem, was auf den ersten Blicke negativ erscheint, eines beherrschen: Songs zu produzieren, die sich im Ohr festsetzen und dort verweilen, ohne zu nerven.

Schon der erste Stampfbeat von „Blouson Noir“ kündigt von einem zwiespältigen Erlebnis. Selbst die kleinste Unebenheit wurde in perfekt produzierten Sound eingetaktet, Schicht für Schicht singen sich die beiden Schönlinge im Duett in immer weiter zuspitzende Synthiesoundtürme hinein. Ein Schema, welches die zwei immer wieder fahren. Dieser Art haben sie zwei: Entweder Stadionhymnen oder eben schmachtende Balladen fürs Herz. Das zweite Stück, „Magnetic Road“, ist ein solches, ehe „The Leftovers“ wieder den Tanzbeat auspackt. Dieses Laut-Leise-Springen zieht sich durch die ganze Platte. Diese ist „Music For The Masses“. Absolut und ohne Witz dahinter. Dennoch: zwei überzeugende Stimmen, jeder einzelne Song ist ein rundes Ding.

„We Cut The Night“ zunächst einmal banal zu finden, ist einfach. Es ist einfach viel zu sehr für einen Zweck produziert – die maximale Eingängigkeit. Und doch, bei jedem weiteren Hören erwischt man sich dabei, ein bisschen mehr mitzuwippen. Dann merkt man, dass „Onassis“ ein ziemlicher Hit ist, der Titeltrack auch und die Balladen ideal mit einem Glas Rotwein harmonieren und zu „The Leftovers“ live „ah-ah-ah-oh-oh-oh“ zu gröhlen sicher Spaß macht. „We Cut The Night“ ist ein schönes seichtes Popalbum – und an manchen Abenden braucht es genau das.

Klaus Porst

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Video zu "Blousson Noir"

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