Rezension
YACHT
See Mystery Lights
Highlights: Ring The Bell // The Afterlife // I'm In Love With A Ripper // Psychic City
Genre: Indie // Dance // Pop // Electronic
Sounds Like: LCD Soundsystem // Tom Tom Club // !!! // Animal Collective
VÖ: 25.09.2009
Wir schreiben das Jahr 2009. Gefühlte 100 neue Veröffentlichungen pro Tag, von denen mindestens drei gehört werden müssen. Musikfans auf der ganzen Welt verzweifeln. Die deutsche Musikseite „www.helga-rockt.de“ probiert zu helfen. Unser Tipp für diese Woche: Getrost die 700 anderen Veröffentlichungen vergessen und dem grandiosen „See Mystery Lights“ von YACHT - sagen wir - 700 Hördurchgänge zuteilen. Aber wer oder was sind Yacht? “YACHT is a Band, Belief System, and Business conducted by Jona Bechtolt and Claire L. Evans of Marfa, Texas and Portland, Oregon, USA. All people are welcome to become members of YACHT.“ (Myspace)
Orginal wurde YACHT 2003 (damals „Young Americans Challenging High Technology“) allein von Jona Bechtolt gegründet. Bekannt geworden als Timbaland des Indierock, fiel YACHT spätestens durch außergewöhnliche Konzerte inklusive Powerpointpräsentationen auf, in denen er seine Fans dazu ermutigte, ihn doch mal zu Hause zu besuchen – eine Wegbeschreibung via Google Earth folgte prompt. Kurz nachdem James Murphy bei ihm anklopfte und ihn für sein Label DFA unter Vertag nahm, ergänzte Claire L. Evans YACHT zu einem Duo, was dem Klang den letzten Schliff verleihen sollte. Achja, Bechtolt hat außerdem früher in einer Punkrockband gespielt und die Schule abgebrochen, deutlich hier vor allem der fehlende Religionsunterricht: „Will we go to heaven? / Or will we go to hell? / It's my understanding that neither are real.“ (Ring The Bell) und „It's not a place to go / It's a place that comes for you // It's not about who you know / Or who is in your heart / It may come as a surprise / but you are not alone // All that you have is not what you own.“ (The Afterlife)
Auch sonst wird textlich vor kaum einem Thema halt gemacht. Sei es Rebellion „I got told to marry a doctor / I'm in the jungle / And I don't care / I don't care.“ (I'm In Love With A Ripper), pure Romantik „I used to live in a heartbeat city / I swear I'd fall in love every minute on the street / You might be walking around the corner / And our eyes might meet.“ (Psychic City) oder die Gefährlichkeit des Internets „Protect your eyes / Protect your eyes / Be careful with the downloading / And protect your eyes / Read the comments / Read the comments / And protect your eyes / Protect your eyes.“ (We Have All We Ever Wanted), stets finden YACHT die richtigen Worte – die richtigen Töne sowieso. Allein der im Vorhinein bekannte Song „Psychic City“ konnte einen Sommer retten. Irgendwo zwischen dem Tom Tom Club, LCD Soundsystem und Animal Collective spielen sich auch die anderen sieben Stücke ab, die von zwei zugegebenermaßen unnötigen Bonusstücken ergänzt werden. In den meisten Fällen tanzbar, clever und wert, über gute Kopfhörer gehört zu werden – das Beste steckt einmal mehr im Detail.
Finden
Bye-Bye
Am 5. Januar 2021 haben wir éclat eingestellt. Mehr Infos hierzu gibt es auf unserer Startseite!





