Rezension

Wolf Parade

Thin Mind


Highlights: Under The Glass // Forest Green // As Kind As You Can // Out Of Control
Genre: Indierock
Sounds Like: Clap Your Hands Say Yeah // Handsome Furs // Arcade Fire // The Strange Death Of Liberal England

VÖ: 24.01.2020

Drei Jahre, nachdem die Indie-Rocker Wolf Parade ihr lang erwartetes viertes Album „Cry Cry Cry“ veröffentlichten, erscheint nun mit „Thin Mind“ dessen Nachfolger. Seit ihrem überragenden Debüt 2005 sind Wolf Parade, wenn auch ohne den ganz großen Durchbruch, eine bekannte Indie-Rock-Größe geworden. Das liegt zum einen am von Isaac Brook (Modest Mouse) abgemischten Debüt, zum anderen daran, dass die Gruppe um Spencer Krug und Dan Boeckner als Vorband von Arcade Fire unterwegs waren und auch musikalisch in eine ähnliche Kerbe schlagen mit ihren großen Hymnen wie „I’ll Believe In Anything“.

 


Mit „Thin Mind“ setzen Wolf Parade ihre Entwicklung konsequent fort. Wie schon auf den letzten Alben wird der Sound glatter und weniger aufreibend, starke Songs sind trotzdem dabei. Leidenschaft und Genialität gehen im Gesamtwerk leider jedoch etwas unter, auch wenn beides immer mal wieder aufblitzt. Ausreißer nach unten sind nicht dabei und die Platte besteht aus soliden Indie-Rock-Titeln gespickt mit ein paar Highlights. Ohrwürmer wie die Single „Forest Green“ oder das rauere „Under The Glass“ zeigen, was an Hitpotential da ist und „As Kind As You Can“ und „Out Of Control“ transportieren die persönliche, leidenschaftlichere Note, die doch über weite Strecken fehlt.

Wolf Parade sind vor allem eine wahnsinnig starke Live-Band. Auf der Bühne ist es lauter, rauer und die Hymnen werden mit Leidenschaft vorgetragen. Das neue Material wird auch hier wunderbar funktionieren und die anstehende Tour sollte sich jeder dick im Kalender anstreichen. Dennoch wäre es wünschenswert, wenn auch die Alben der Kanadier etwas mehr von der Tiefe der Live-Auftritte abbekämen – dass es möglich ist, hat die Band längst bewiesen.

 

Marian Krüger

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