Rezension

White Noise Sound

Like A Pyramid Of Fire


Highlights: Heavy Echo // Can't You See It
Genre: Psychedelic // Shoegaze
Sounds Like: The Brian Jonestown Massacre // Death In Vegas // My Bloody Valentine

VÖ: 10.04.2015

Über vier Jahre ist es schon her, dass White Noise Sound mit ihrem selbstbetitelten Debüt ein kleines und fast unbemerktes Highlight veröffentlichten. Längst vergessen geglaubten Shoegaze packten die Walliser aus der Mottenkiste und verpassten ihm eine gründliche Generalüberholung. So gelungen und vor allen Dingen so laut fegte seit den Glanzzeiten von The Jesus And Mary Chain und Spacemen 3 kein frischer Wind mehr durch das angestaubte Genre.

„Like A Pyramid Of Fire“ macht mit dem Opener „Heavy Echo“ genau dort weiter, wo die Band mit dem Vorgänger aufgehört hat. Treibend geht der Song nach vorne. Die Gitarren verzerrt bis an den Rand der Unkenntlichkeit. Der Gesang gerade noch so wahrnehmbar. Dazu kommt dann auch noch die Lead-Gitarre mit einer großen Melodie um die Ecke. Ein Stück wie ein Rausch. So eröffnet man ein Album, liebe Leute!

Umso härter schlägt man in den darauf folgenden Minuten auf. Es ist, als hätte man die Band nach dem famosen Einstieg kurzerhand komplett ausgetauscht. Nachdem man sich durch drei richtig langweilige psychedelische Songs mit Synth-Pop-Einschlag gequält hat, kommt mit dem lärmigen „Can’t You See It“ noch mal kurz Hoffnung auf. Und auch das folgende „Red Light“ geht mit seiner Hommage an My Bloody Valentine noch in Ordnung. Danach schießt man mit „Do It Again“, das The Brian Jonestown Massacre schon dutzendfach aufgenommen haben, und dem völlig missglückten Elektro-Geschwurbel „Feel It“ aber noch mal den Vogel ab.

Eigentlich wäre „Like A Pyramid Of Fire“ als Debüt-Album des Sextetts logischer gewesen. Denn darauf zu hören ist eine Band, die verzweifelt auf der Suche ist nach ihrem eigenen Sound. Dabei hatte man den „White Noise Sound“ doch schon lange gefunden.

Benjamin Köhler

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