Rezension

The Black Atlantic

Reverence For Fallen Trees


Highlights: Fragile Meadow // Heirloom // Dandelion // Madagascar
Genre: Singer-Songwriter // Folk
Sounds Like: Sufjan Stevens // Iron & Wine // Jeff Pianki // Isbells // Donovan Woods // J. Tillman // I Am Oak // Chris Garneau // Efterklang // Einar Stray

VÖ: 15.04.2011

„What would one expect a philosopher to write about „The Black Atlantic“? He may simply write about what strikes him most. In my case that would be the subtle, nostalgic, sometimes even mysterious sound of The Black Atlantic, which often seems to die away silently, leaving you alone with echoes and a desire to reach back”. Dies sind die Worte eines Freundes, der im Booklet des Dabütalbums von “The Black Atlantic” zu beschreiben versucht, was er an der Musik der holländischen Band so sehr schätzt. Es sind treffsichere Worte, denen sich der Schreiber dieser Zeilen nur anschließen kann, weil sie die wesentlichen Merkmale dieser besonderen Musik auf den Punkt bringen.

Geert Van Der Velde erweckt den Eindruck, ein sehr besonnener Mensch zu sein. Wenn er bei Live-Auftritten erzählt, welche bestimmten Momente aus seinen Lieblingsbüchern ihn zu den Songs inspiriert haben, die wir auf „Reverence For Fallen Trees“ zu Hören bekommen, klingt er keineswegs arrogant. Er macht sich schlichtweg viele Gedanken über das, was er mit seiner Musik erreichen will, was sie aussagen und wie sie wirken soll. Vielleicht ist dies auch der Grund, weshalb dieses Album so selten wie andere Singer-Songwriter-Alben klingt. „The Black Atlantic“ möchten keine banalen Folksongs schreiben, dafür ist ihnen die Musik viel zu wichtig.

Obwohl man spürt, wie viel Überlegung in diesen Songs steckt, um sie zu etwas Besonderem zu machen, sind es dennoch sehr emotionale und intime Songs, die man in einer ruhigen Abendstunde für sich allein hören sollte. Nur dann kann man empfänglich werden für die vielen Details, die The Black Atlantic – hier noch als Trio musizierend – in ihre Songs eingeflochten haben. Der Ukulele in den Songs eine zentrale Stellung einzuräumen und so für einen Klang zu sorgen, der ihre Musik so leicht und elegant wirken lässt, war eine ebenso kluge Entscheidung wie die Einarbeitung rhythmischer Variationen. Allein schon, was sich in „Fragile Window“ im Hintergrund alles verändert, wie jede Strophe in einen neuen Kontext gesetzt wird, ist wirklich etwas Besonderes. Songs wie „Heirloom“ vermeiden, sowohl, was die rhythmische Gestaltung, als auch was die Melodieführung betrifft, sich auf ausgetretenen Pfaden zu bewegen.

Dass „Reverence For Fallen Trees“ ein solch fesselndes Hörerlebnis ist, liegt nicht zuletzt daran, dass es kein perfektes Album ist. Kleine Unsauberkeiten im Gesang und Nebengeräusche wirken nicht störend, sondern lassen den Hörer einen Bezug zu diesem Album herstellen, den man zu einem kalt durchkonstruierten synthetischen Produkt kaum finden würde. Und am Ende, wenn die letzten Töne ausklingen, ist es so, wie der unbekannte Autor des Einleitungstextes schreibt: man wünscht sich nichts sehnlicher, als die entstehende Leere wieder mit den sanften Klängen dieses Albums auszufüllen.

Kilian Braungart

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Video zu "Fragile Meadow"
Live-Video zu "Heirloom"

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