Rezension
Sons & Daughters
This Gift
Highlights: Gilt Complex // The Nest // Darling // House In My Head
Genre: Indie-Rock
Sounds Like: Yeah Yeah Yeahs // The Subways // The Duke Spirit
VÖ: 01.02.2008
Sons & Daughters sind eine Band, die von Country, Blues und Folk inspiriert sind, sowie von melancholischem Songwriting des Lee Hazlewood und der Lyrik eines Leonard Cohen. Soweit die Verheißungen zu "This Gift" im Pressetext. Dementsprechend sind dann auch die Erwartungen an die Musik des dritten Longplayers der Band. Spätestens nach dem ersten Kompletthören sollten sich aber einige Fragen auftun, allen voran: Haben die dort im Presswerk die CDs vertauscht? Sons & Daughters spielen so ziemlich alles, womit man heutzutage Menschen auf die Tanzfläche einschlägiger Indiediskotheken bringen kann, von Country, Folk und Blues ist da nichts, aber auch gar nichts zu hören.
Zunächst einmal ist da "Gilt Complex", ein so schneller Song, dass man beim Hören kaum mit dem Gesang von Adele Bethel hinterherkommt. Wenig später "The Nest", mit donnerndem Schlagzeug, kurzen psychedelischen Gitarreneinspielungen und wieder diesem Gesang, dessen Stimme einen tanzbaren Melodiebogen nach dem anderen schlägt. Das funktioniert wirklich, ist aber durchaus gefährlich, da dies wie bei meiner Freundin Hausarbeitsnoten nach unten ziehen kann, weil sie, anstatt Aufsätze zu lesen, durch die Wohnung gesprungen ist. Wenigstens haben sich die Nachbarn nicht beschwert.
Das Album lässt einem keine wirkliche Ruhepause, in ziemlich hohem Tempo spielen sich die vier Glasgower durch die Songs, mal wie bei "Chains" mit Rockabilly-Anleihen, mal an die Zeit erinnernd, in der Miniröcke in Mode kamen ("Darling"). "Iodine" lädt im Refrain zum Mitklatschen ein, bei "House in my head" kommt Bethel stimmlich ziemlich hoch, zum Glück ohne abzustürzen. Einzig der Titeltrack des Albums ist leider ein wenig zu übertrieben geraten, zwar ein normaler Rocksong, aber urzeitähnliche Rufe sind dann doch zu viel des Guten.
Sons & Daughters, diesen Namen sollte man sich schon mal merken, wenn man sich auf der nächsten Party beim DJ Musik wünschen will, die die Langeweile sprengt. Bleibt nur zu Hoffen, das dieser die Band dann auch kennt...
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