Rezension

Rekk

Sixtytwo


Highlights: Turn & Sing // If You'd See // Wrong & Right
Genre: Singer/Songwriter // Indie-Pop // Folk
Sounds Like: Tom Klose // Honig // Tim Neuhaus

VÖ: 26.02.2016

„Die Dortmunder Indie/Folk-Band Rekk überzeugt durch eine unverwechselbare musikalische Eigenständigkeit und einem eigenen Sound jenseits der Mainstream-Anforderungen“, verkündete die Stadt Dortmund und überreichte der Band 2014 den Förderpreis für junge Künstler. Das nimmt man doch gerne mit, erst recht, wenn man es sich mit den bis dato veröffentlichten Eps auch verdient hat. „SixtyTwo“ heißt der nun der erste Longplayer, der hörbar von dieser Anerkennung profitiert hat, denn „Sixtytwo“ ist eine wohlklingende Ansammlung von Folkpop-Perlen geworden.

Mit „Turn & Sing“ schießen Rekk gleich einen Singalong-Song durch die Boxen, heben die Stimmung und faden ohne Unterbrechung in „Colour The Moon“. Der Kontrabass übernimmt hier das Intro, bis das Schlagzeug und Piano angejazzt übernehmen und der Chor und die Trompete lautstark den Ziellauf antreten. „Tons of Stones“ kocht diese kurze Euphorie wieder runter und setzt stattdessen auf Moll und eine dezente Instrumentierung – dabei nicht minder schön.

„If You'd See“ wird anfangs nur von der gezupften Gitarre und Gesang getragen, bis dann die Violine anfängt, direkt das Herz anzuspielen und den Song runterzufahren – wären da nicht das Schlagzeug und das Bar-Piano, die den Song vor der drohenden Stille bewahren und am Ende mit einem großen Refrain das Highlight dieses Debüts verantworten.

Rekk sind Könner auf ihrem Gebiet und verstehen es in wunderbarer Art und Weise, ihre stilistische Vielfalt auf den Punkt zu bringen und dabei Songs zu schreiben, die so verschiedene Emotionen aufrufen können. Und für den Fall, dass ein Song nicht so zündet, ist es spätestens dann um einen geschehen, wenn Sänger Matti mit seinem zurückhaltenden Gesang und seiner einlullenden Stimmfarbe doch noch das Feuer entfacht.

Hier ist Potential. Potential für feine Songs, weitere Platten und das Talent, so groß zu werden, dass man den Verweis auf den AnnenMayKantereit-Support getrost unerwähnt lassen kann.

Sönke Holsten

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Video zu "Lift Me Up"

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