Rezension

Ra Ra Riot

Need Your Light


Highlights: Water // Absolutely // Call Me Out
Genre: Pop // Electronica // Indie
Sounds Like: Vampire Weekend // Passion Pit // The Shins

VÖ: 19.02.2016

Eigentlich sollte es zugehen, wie es auf dem Cover der neuen Veröffentlichung der amerikanischen Elektro-Pop-Institution Ra Ra Riot abgebildet ist. Wollte die Band doch nach „Beta Love“ (2013) eine Pause einlegen und dem abgebildeten Kopfsprung ins kühle Nass frönen. Ob es Sehnsucht nach der Musik oder schlicht Langeweile war, was Sänger Wes Miles nach LA fliegen ließ, um mit Produzent Dennis Herring (Elvis Costello) erste Songskizzen aufzunehmen – man weiß es nicht. Fakt ist, die komplette Band fand sich anschließend in einer Album-Session wieder. Ryan Hadlock, welcher das Debüt „The Rumb Line“ aufnahm, sowie Andrew Maury lösten sich hinter den Reglern ab und gossen den Output der Band in „Need Your Light“.

Schon die Vorab-Single „Water“ schaffte es am Release-Tag in Rotation bei den großen amerikanischen Radiostationen. Kein Wunder, bringt der Song doch die Stimmung des Covers mit eingängiger Gesangslinie und Handclaps auf den Punkt. „Absolutely“ nimmt diese Stimmung auf und sorgt mit funkigen E-Gitarren und pulsierenden Bässen für Tanzbarkeit und ist ein Paradebeispiel eines makellosen Pop-Songs. Bemerkenswert ist, dass es Ra Ra Riot gelingt, diese Zugänglichkeit abwechslungsreich zu vertonen und sie trotz viel Electronica-Einsatz eine organisch klingende Band sind. Einzig die beiden abschließenden Tracks „Bounce Castle“ und „Suckers“ haben den 80er Synthies etwas zu viel Aufmerksam geschenkt und können nicht komplett die Qualität der übrigen Songs halten.

Ra Ra Riot haben hier ein energetisches Pop-Album mit anspruchsvollen Stücken geschrieben, welches gut durch die trübe Jahreszeit hilft und im Sommer dann garantiert seine komplette Tanzbarkeit entlädt. Sie beweisen hier eindrucksvoll, dass ihnen auch im 10. Bandjahr nicht die Luft und die Ideen ausgegangen sind. Wenn selbst auferlegte Pausen die Band zu solchen Veröffentlichungen bringen, dann sollten sie sich weiterhin Auszeiten verordnen.

Sönke Holsten

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