Rezension
MSTRKRFT
The Looks
Highlights: Easy Love // Paris
Genre: Electronik // Dance
Sounds Like: Daft Punk // Tiga
VÖ: 02.02.2007
MSTRKRFT aus Canada sind also bereit, die europäischen Tanzböden zu stürmen. Wir sind gespannt, die Erwartungen sind hoch, denn es gibt derzeit einiges auf dem Markt, was in diesem Genre für Hochspannung sorgt. Nur: Platten daheim richtig zu hören, die eigentlich dazu geschaffen sind, um auf dem Dancefloor Furore zu machen, ist an sich schon schwierig. Zwei Grundvoraussetzungen sollten zumindest stimmen: Lautstärke und Stimmung. Alles bestens vorbereitet, dann mal los, ab in den Club.
Okay, sie können scheinbar wirklich was, die beiden Jungs, die sich früher schon bei Death From Above einen Namen gemacht haben. Aber richtig reißt es einen nicht aus dem italienischen Designersofa, dass ausgewählt platziert in diesem wirklich stylischen und dennoch kalten Club steht. Vieles klingt nicht unbedingt neu und frisch, zu viele der Samples und Loops haben wir schon bei anderen - und auch schon besser - gehört.
Wie ein roter Faden zieht sich ein banaler Grundrhythmus durch die Tracks, verstärkt durch die elektronischen Handclaps, die schon in den Achtzigern jeden Song im Übermaß in die Charts der Nichtigkeit begleitete.
Auch immer wieder erstaunlich, dass gerade bei Projekten aus Frankreich und Kanada, mit Vorliebe Frauenstimmen gesampelt werden, die an getuntes Mädchentralala erinnern und nach Ende der Tracks aufgrund ihrer seelenlosen Lightigkeit sofort wieder vergessen sind ("She's Good For Business"). Der Grundanspruch der beiden Macher (Jesse Frederick Keeler a.k.a. JFK und AI-P), elektronische Sounds der härteren Gangart, fast schon in Richtung Elektropunk oder zumindest Elektrorock, zu schaffen, wird hiermit schon mal grundsätzlich verfehlt.
Tracks wie "Paris" (und "Street Justice") steigen schon tiefer in die Materie ein, rocken fast schon derbe und verlieren trotzdem nie den Anschluß an das Hochspannungskabel. Aber schon mit dem Übergang in das nächste Stück, dem Titeltrack "The Looks", schleichen sich wieder die obligatorischen Claps ein und übernehmen hinterrücks die Führung. Da kann im Hintergrund noch so viel und so spannend gesampelt werden, die Claps sind zu penetrant, zerklatschen jede Atmosphäre.
Songs wie "Bodywork" könnten wunderbar als Backgroundmusik für Autotestsendungen, pseudoerotische 80er-Filmchen oder als Untermalung in Dauerwerbesendungen für Fitnessbekleidung im nächtlichen TV laufen. Andere Tracks, so wie "Neon Knights", spielt man durch und sie hinterlassen nichts, keinen Eindruck, nicht einmal den, es handele sich um einen der viel beschimpften Filler.
In Europa wurde die Scheibe mit einem Bonustrack veröffentlicht. Aber auch MC Sasha reißt mit diesem nichts mehr aus der elektronischen Claplethargie.
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