Rezension

Mando Diao

Never Seen the Light of Day


Highlights: Never seen the light of day // One Blood
Genre: Pop
Sounds Like: Mando Diao

VÖ: 26.10.2007

Schon wieder ein Mando Diao-Album. Genau so fühlt es sich an und genau so klingt es auch irgendwie. Selbst wenn man den großmäuligen Schweden bisher tapfer die überdimensionale Stange gehalten hat und über alle Handyklingeltöne hinweggesehen hat, kann man sich dieses Gedankens einfach nicht erwehren. Die offizielle Version lautet: Mando Diao wollen aus ihrem Plattenverträg mit der ach-so-bösen-EMI raus. Deshalb wird eben mal schnell ein Album aus der Lederhosentasche gezaubert in Cooperation mit Björn Olsson (Soundtrack of our lives).

Wagen wir an dieser Stelle einen Rückblick. Ende August letzten Jahres erschien das, dauerhaft gesehen, mittelmäßig gute „Ode to Ochrasy“ und die Rezensentin krähte damals: „Ach, wenn doch mehr Songs mit Björn Olsson aufgenommen worden wären als „Amsterdam“, wäre das Album noch viel besser geworden.“ Pustekuchen. Jetzt liegt also „Never Seen The Light Of Day“ hier rum und es ist vieles, aber ganz sicher kein Meisterwerk.

Freilich, diese ganz besonderen Tasthaare für hübsche Melodichen haben Björn Dixgard und Gustaf Norén immer noch. Dreimal gehört, schon mitgegröhlt. Aber inzwischen klingt das alles einfach nur noch „wie Mando Diao“ und das ist hier nicht positiv gemeint. Die Schemata wiederholen sich und auch dick aufgetragene Streicher können nicht darüber hinwegtäuschen, dass das hier einfach hingerotzte Mittelmäßigkeit ist. Auch wenn letzteres angeblich mit voller Absicht geschehen ist. Das ist das Ding mit „Never Seen The Light Of Day“ : Es klingt gewollt sperrig. Offenkundig bemüht sich die Band hier viel neues auszuprobieren, die Eingängigkeit weniger offensichtlich zu machen. Deshalb müssen viele arme, eher ungewöhnliche Instrumente herhalten. Am Ende bewirken sie doch nichts.

Vielleicht wäre es klüger gewesen, sich auf das zurückzubesinnen, was man kann. Simplen Gitarrenrockscheiß. Wo sind bloß die „yeah yeah yeah“s? Grundsätzlich ist der Versuch, sich ein bißchen neuzuerfinden sicher nicht der schlechteste. Hier wirkt es leider herzlich halbgar. Immerhin finden sich in „Train Of Fire“ die lalalas. Der Titelsong wird sich vielleicht sogar ins Dudelradio verlaufen und alle die, die Mando Diao auf ihren Slimfit-Shirts sowieso die Treue geschworen haben, werden sie wohl auch halten.

Wir sehen uns nächstes Jahr bei einem neuen Label!

Lisa Krichel

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