Rezension

Liima

ii


Highlights: Amerika // Russians // Woods // Black Beach // Change Of Time
Genre: Elektronika // Songwriter
Sounds Like: Efterklang // Moderat // Talking Heads // Sigur Rós // Alt-J

VÖ: 18.03.2016

Als die großartigen, umtriebigen, kreativen Efterklang 2013 verkündeten, sie würden eine Auszeit unbestimmter Dauer nehmen, war das schade. Aber genauso klar war, dass die Auszeit keine wirkliche Auszeit sein, sondern viel mehr Raum geben würde für spannende anderweitige Projekte. Und hier sind auch schon Liima, und die Auszeit von Efterklang ist noch ein bisschen weniger schade. Denn was Liima, de facto Efterklang und Tatu Rönkkö, hier veranstalten, ist fantastisch.

Die Herren beweisen mit Liima noch einmal auf einer ganz anderen Ebene, welch großartige Songwriter sie sind. Nämlich durch Flexibilität. Mit Liima machen sie nun ähnlich großartige Musik, die vor allen Dingen die Gediegenheit der Herren und der Stil mit Efterklang verbinden (man kann die lässigen, offenen Hemden, die die Herren beim Musizieren tragen, praktisch durch die Boxen spüren). Ganz anders jedoch ist der Sound: Liima machen clevere elektronische Songwriter-Musik, irgendwo zwischen seichteren Tracks von Moderat, sprich: Apparat, Alt-J, aber auch Sigur Rós oder den Talking Heads. Tip-Top also.

Sehr gute Songs, aber auch eine sehr gute, abwechslungsreiche Platte. Mal verspielt wie „Amerika“, mal ausladend und schrill zugleich wie „Roger Waters“, mal balladesker wie „Russians“ (man beachte auch die Songtitel). Mit „513“ sind Liima die eleganteren Alt-J, und vor allem die Album-Closer „Black Beach“ und „Change Of Time“ sind nochmal wirklich fantastische Songs, die die Begeisterung über die Platte noch steigern. Klar wird es toll, wenn Efterklang irgendwann wiederkommen, aber die Zeit bis dahin ist nun doch fast noch spannender, als wenn einfach das nächste Efterklang-Album erschienen wäre.

Daniel Waldhuber

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