Rezension

Lana Del Rey

Norman Fucking Rockwell!


Highlights: Venice Bitch // Cinnamon Girl // Norman Fucking Rockwell
Genre: Artpop
Sounds Like: London Grammar // Lorde // The XX // Cat Power

VÖ: 30.08.2019

Ein Händchen für Melodien hatte Lana Del Rey schon immer. Jedes ihrer fünf bisherigen Alben konnte mit mindestens zwei, drei, manchmal mehr Hits überzeugen, auf der anderen Seite war auch immer einiges an Füllmaterial zwischen den Songs zu finden. „Norman Fucking Rockwell“ schickt sich nun an, mit diesen Regeln zu brechen, denn auf diesem Album präsentiert sich Del Rey in Hochform. Von der ersten bis zur letzten Sekunde. Über allem schwebt dabei noch ein Brocken von einem Song: Das knapp zehnminütige „Venice Bitch“. Unkonventionelle Popmusik, die auch deswegen überzeugt, weil sich die Sängerin hier jede Zeit nimmt, um das Beste aus einem Stück Musik herauszuholen.

Ihre große Stärke ist dabei natürlich, nicht erst seit diesem Album, diese umwerfende Stimme. Die Melodiebögen sind zum Dahinschmelzen, etwa in „Cinnamon Girl“ oder dem Titeltrack. Die Stimmung ist generell gediegen, auf (Rap-)Features verzichtet sie dieses Mal. Zentral ist ihre Stimme, ein paar dazu passende Klaviertöne, atmosphärische Streicher und dezente Synthies. Einziger Ausreißer ist das Cover „Doin‘ Time“, welches zwischendrin eine unerhörte Lässigkeit versprüht. Mit über einer Stunde Spielzeit ist „Norman Fucking Rockwell“ sicherlich auch quantitativ kein gewöhnliches Album der Populärmusik. Gibt man ihr den Raum, den diese Platte benötigt, wird sie sich aber monatelang – oder länger – in den Gehörgängen festsetzen. Gekommen, um zu bleiben.

Klaus Porst

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