Rezension
Kelis
Food
Highlights: Jerk Ribs // Friday Fish Fry
Genre: Soul // R'n'B
Sounds Like: Aaliyah // M.I.A. // Brandy
VÖ: 18.04.2014
Zum ersten Mal hörte man Kelis als Sängerin auf Ol‘ Dirty Bastards „Got Your Love“, danach folgten mit „Trick Me“ und „Milkshake“ Überhits, die trotzdem bei kaum jemandem das Interesse für das Album dahinter weckten. Für „Flesh Tone“ holte sie sich dann David Guetta ins Boot und machte sich zur EDM-Marionette. Kelis hat sich wahrlich oft genug neu erfunden und nun tut sie dies ein weiteres, hoffentlich letztes Mal, indem sie uns Soul-„Food“ serviert.
Retroorientiert, aber trotzdem super fresh hört man auf gesamter Albumlänge die Stimme einer erwachsenen Frau, die keine Spielereien mehr mitmachen mag. Auf „Breakfast“ startet sie mit einem rauen „This Is The Real Thing“ zu Funkbeats und Bläsern. Und das klingt alles andere als langweilig. Als schelmiger Wurm wandert der Refrain direkt ins Ohr. „Jerk Ribs“ (famoser Remix von Mount Kimbie) präsentiert sich nach ähnlichem Rezept. R‘n‘B und ganz viel Soul kombiniert mit der selbstbewussten Stimme Kelis‘ prägen das Bild von einer Sängerin, die ganz viel Persönlichkeit in die Songs steckt und weiß, was sie macht.
Unterstützt wird dieses Bild auch dadurch, dass – der Albumtitel verrät es – Essen das große Thema des Albums ist. „Breakfast“, „Jerk Ribs“, „Friday Fish Fry“ und „Biscuits n‘ Gravy“ – Essen ist für die Sängerin ein großes Thema. Nachdem mit ihrem letzten Album der erwünschte Erfolg ausblieb, versuchte sie sich einige Zeit als Köchin. Während der Studioaufnahmen bekochte sie die Band und verteilte Jerk Ribs beim SXWS. Egal, wie diese Fusion zustande kam: Sie funktioniert. So warm und herzhaft, wie sich die Gerichte anhören, klingen auch die Tracks, die ihren Namen tragen.
Der Wunsch, dass sich die 34-jährige mit ihrem neuen Album endlich selbst gefunden hat, resultiert daraus, dass man gerne mehr dieser Art hören würde. An „Food“ kann man in jedem Fall noch eine ganze Weile essen. Für Kelis und ihre Musik sollte aber von nun an gelten: Best served chilled.
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