Rezension

Field Music

Making A New World


Highlights: Best Kept Garden // Only In A Man's World // Money Is A Memory
Genre: Art-Rock // Indie // New Wave
Sounds Like: Talking Heads // Metronomy // Ava Luna

VÖ: 10.01.2020

Peter und David Brewis sind zwei Brüder, um die sich seit 2004 die Formation Field Music in wechselnden Konstellationen gruppiert. Einerseits rechnet man ihnen hoch an, dass sie als eine der wenigen den Hype um britische Gitarrenbands der 00er-Jahre überlebten, andererseits blieb ihnen der große Durchbruch stets verwehrt. Nun erscheint zu Beginn des noch jungen Jahres ihr bereits siebtes Album.

Man musizierte schon mit Maximo Park und den Futureheads und auch ihre eigene Musik war bislang zwischen Art-Rock, New Wave und Indie schwer einzuordnen, blickte stets über diesen oder jenen Tellerrand. „Making A New World“ ist als Konzeptalbum angelegt, inhaltlich um die Nachwirkungen des ersten Weltkrieges kreisend. Mit knapp 20 Stücken ist das Werk umfangreich, beinhaltet jedoch zahlreiche Interludes, die, da die Platte äußerst ansprechend produziert ist, bereits für sich genommen einen Reiz ausstrahlen (etwa „I Thought You Were Something Else“). Mitunter wirken sie wie ein Kitt, der das musikalisch sehr unterschiedliche und damit anspruchsvolle Gesamtwerk zusammenhält.

Das rhythmische Element, das vielen Stücken innewohnt, ruft zusammen mit Brewis' Gesang sofort David Byrne und seine Talking Heads in Erinnerung (am deutlichsten in „Money Is A Money“). In seinem flotten Antritt weht ein Hauch LCD Soundsystem durch „Only In A Man’s World“. Doch auch Paul McCartney („Between Nations“, „A Change Of Heir“) oder Assoziationen zu weiteren Art-Rock-Größen wie Ava Luna (mit Math-Rock-Ausflügen etwa in „Best Kept Garden“) drängen sich auf. In diesen Momenten ist „Making A New World“ ein äußerst kurzweiliges Vergnügen.

Nach der schwindelerregenden Karussellfahrt von „A Shot To The Arm“ verlieren die Briten aus Sunderland kurz den roten Faden, ergehen sich für einen Augenblick in weniger mitreißenden Synthesizer-Improvisationen. Zwar folgen mit „Only In A Man’s World“ und „Money Is A Memory“ kurz vor Ende der Spielzeit zwei Höhepunkte, doch hindert es „Making A New World“ daran, vollends großartig zu sein.

Jonatan Biskamp

Sehen


Video zu "Only In A Man's World"
Video zu "Money Is A Memory"

Finden


Alles gelesen? Guck doch mal in unserem Textarchiv vorbei, dort gibt es fast 5000 Rezensionen und mehr als 400 Konzertberichte und Interviews.